Welt-Malaria-Tag

Seit 2007 macht die Weltgesundheitsorganisation WHO im April mit dem Welt-Malaria-Tag besonders aufmerksam auf die lebensbedrohliche Infektionskrankheit und die weltweiten Maßnahmen, um ihre Ausbreitung zu verhindern.Weltweit ist laut WHO jeder Zweite gefährdet, sich mit Malaria zu infizieren, jährlich etwa 500 Millionen Menschen. Jedes Jahr sterben über eine Million Menschen an den Folgen einer Malariainfektion. Alle 30 Sekunden stirbt ein Kind , fast 20% aller Todesfälle bei Kindern unter 5 Jahren ist direkte oder indirekte Folge einer Malariaerkrankung. Besonders betroffen sind die Regionen in Afrika südlich der Sahara. Und jeder dieser Todesfälle ist laut WHO vermeidbar.
Die Malariamücke breitet sich aus
Die Malaria wird in den Tropen und Subtropen durch einen Stich der weiblichen Anophelesmücke übertragen. Neben Afrika sind auch Asien, Lateinamerika, der Mittlere Osten und sogar Teile von Europa betroffen. Die natürlichen Verbreitungsgebiete der Mücke werden durch die globale Erwärmung in den nächsten Jahren eher zunehmen. Deshalb lässt sich nur durch weltweite koordinierte Maßnahmen der Ausbreitung der Infektion entgegenwirken und die Krankheit wirksam bekämpfen.
Um die Infektionsrate zu erniedrigen und die Sterberate bereits Infizierter zu senken, sind Maßnahmen zur Vorbeugung und Therapie nötig. Danben muss über Jahrzehnte in den Verbreitungsgebieten der Anophelesmücke die Infektionsrate kontrolliert werden.
An erster Stelle der Vorbeugungsmaßnahmen stehen speziell imprägnierte Moskitonetze, von denen schätzungsweise mehr als 700 Millionen Stück benötigt werden – die Hälfte davon in Afrika; außerdem Insektenspray für etwa 200 Millionen Haushalte. Zur Erkennung von Infektionen rechnet die WHO mit einem Bedarf von jährlich 1,5 Milliarden Malariatests. Daneben werden etwa 200 Millionen Therapieeinheiten für bereits Infizierte benötigt.
Internationale Anstrengungen
Solche Maßnahmen kosten Geld, viel Geld. Die WHO geht davon aus, dass in den Jahren 2009 und 2010 insgesamt 11,5 Milliarden Dollar ausgegeben müssen, um weltweit die Malaria unter Kontrolle zu halten, gefolgt von 5 Milliarden Dollar bis 2020. Zusätzlich ist mit etwa 1 Milliarde Dollar für Forschung und Entwicklung von Präventions- und Therapiemaßnahmen zu rechnen. Doch daneben müssen solche Maßnahmen auch übergreifend koordiniert werden, um wirksam zu greifen.
Deshalb wurde 1998 von der WHO, UNICEF, UNDP (United Nations Development Programme = UNO-Entwicklungsprogramm) and der Weltbank ein globales Netzwerk gegründet, die RBM (Roll Back Malaria) Partnership. Es besteht mittlerweile aus über 500 Partnern – Staaten, private und öffentliche Institutionen, Forschungseinrichtungen u.a. Im Jahr 2008 hat sie den "Global Malaria Action Plan" (GMAP) veröffentlicht, in dem die geplanten kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen zur Malariakontrolle und -ausrottung beschrieben sind.
Von der RBM Partnership wurde auch das Motto des Welt-Malaria-Tages 2009 festgelegt: "Counting Malaria Out" – eine Kampagne, die am 25.4.09 startet und innerhalb von 2 Jahren einen im GMAP festgelegten Meilenstein erreichen soll: allen Personen, die einem Malariarisiko ausgesetzt sind, effektive und bezahlbare Infektionsvorbeugung und Therapie der Krankheit zu bieten.
Autor/Quelle: Dagmar Reiche
