Weltdiabetestag am 14. November 2009

Seit 1991 machen die Internationale Diabetes-Föderation (IDF) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit dem "World Diabetes Day" die Öffentlichkeit aufmerksam auf die weltweit zunehmende Zuckerkrankheit. Seit 2007 sind auch die Vereinten Nationen (UN) am internationalen Aktionstag im November beteiligt und zeigen damit, für wie gefährlich sie Diabetes halten.

Weltweit leben über 250 Millionen Menschen mit Diabetes. Experten schätzen, dass diese Zahl innerhalb einer Generation auf 380 Millionen ansteigen wird, wenn nicht entgegengesteuert wird. Die Folge: nicht nur individuelles Leid, sondern auch eine kaum zu bewältigende Kostenexplosion in den Gesundheitssystemen auf der ganzen Welt.

Diabetes als weltweite Epidemie

Ende 2006 stufte die Generalversammlung der Vereinten Nationen Diabetes als "chronische und mit großen Einschränkungen und Kosten einhergehende Krankheit" ein, die "ernste Gefahr für Familien, Länder und die ganze Welt mit sich bringt"– und schätze die Zuckerkrankheit damit als genauso bedrohlich für die Weltgesundheit ein wie Epidemien durch Infektionskrankheiten wie Malaria, Tuberkulose und Aids.
Als Konsequenz verabschiedete sie die Resolution 61/225, in welcher der bereits existierende Weltdiabetestag ab 2007 zu einem jährlich zu begehenden Tag der Vereinten Nationen erklärt wurde. Die UN lädt dabei "alle Mitgliedstaaten, zuständigen Organisationen der Vereinten Nationen und sonstigen internationalen Organisationen sowie die Zivilgesellschaft, einschließlich der nichtstaatlichen Organisationen und des Privatsektors ein, den Weltdiabetestag zu begehen."
Seitdem finden am 14. November – der Geburtstag des Insulin-Mitentdeckers Frederick Banting – weltweit Veranstaltungen und Aktionen statt, die die Zuckerkrankheit in die Öffentlichkeit bringen und zudem ganzjährig laufende Kampagnen unterstützen sollen.

Schwerpunktthemen des Weltdiabetestages

So viele Aspekte wie die Krankheit hat, so vielfältig sind die Kampagnen. Im Mittelpunkt stehen immer wieder neue Schwerpunktthemen – die anfangs jährlich wechselten und mittlerweile über einen längeren Zeitraum laufen. Bisher ging es um politische und finanzielle Aspekte, um Lebensstil und Gefährdungen, um Diabetes bei Kindern und Jugendlichen und um die zahlreichen Spätfolgen von Diabetes. Das Thema der von 2009–2013 laufenden Kampagne lautet "Diabetes-Aufklärung, -Schulung und Prävention".
Damit sollen die Verantwortlichen – Regierungen, aber auch Organisationen und Therapeuten usw. – in die Pflicht genommen werden, Strategien zur Vorsorge und Aufklärung zu entwickeln, um die Verbreitung einzudämmen, die Früherkennung und Therapie zu verbessern und die Spätfolgen zu minimieren. Doch auch Betroffene sind dazu angehalten, ihre Krankheit besser zu versehen und eigenverantwortlich dazu beizutragen, diese in den Griff zu bekommen. Und nicht zuletzt soll auch die breite Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisiert werden.

Aktionen zum Weltdiabetestag

Weltweit finden lokale und vernetzte Veranstaltungen statt, die von staatlichen Stellen, Diabetes-Organisationen, Unternehmen und Einzelpersonen organisiert werden. Dazu gehören Poster- und Broschürenkampagnen, Artikel in Zeitungen und Zeitschriften sowie Radio- und Fernsehsendungen genauso wie öffentliche Informationsveranstaltungen, Pressekonferenzen, Workshops und Ausstellungen.
Auch Aktionen wie Wanderungen und Fahrradtouren oder Interventionen im öffentlichen Raum wie blau beleuchtete Gebäude, blaue Menschenkreise oder Tage, an denen sich Menschen blau kleiden (blau ist die Farbe der UN sowie des Logos des Weltdiabetestags) finden statt.
Dazu werden speziell für Kinder und Jugendliche zahlreiche Veranstaltungen angeboten – schließlich wächst ihr Anteil an Diabeteskranken in den letzten Jahren erschreckend schnell. Im Prinzip kann sich jeder an die Aktionen beteiligen oder sogar selbst Ideen einfließen lassen. Im Internet finden sich viele Informationen und Möglichkeiten der Teilnahme.