Weltgesundheitstag

Jahr für Jahr wird auf der ganzen Welt Anfang April der Weltgesundheitstag begangen. Die Weltgesundheitsorganisation (kurz WHO) erinnert mit diesem Tag an ihre Gründung im Jahr 1948.
Jedes Jahr steht der Weltgesundheitstag unter einem anderen Motto, das von der WHO unter dem Blickwinkel festgelegt wird, dass es überall auf der Welt von Bedeutung ist. So wird dieses spezielle Gesundheitsproblem ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit gerückt.
Weltgesundheitstage früher und heute
Während in den ersten Jahren viele Themen darauf abzielten, die sehr schlechten gesundheitlichen Bedingungen in Entwicklungsländern genauer zu beleuchten, stehen seit vielen Jahren Themen im Vordergrund, die für alle Länder der Welt interessant sind. Sie haben immer eine strategische Bedeutung für die Entwicklung eines nationalen Gesundheitssystems. Dabei geht es zum Beispiel um Kommunikation von gesundheitsrelevanten Themen, um Förderung von Gesundheit oder um die Versorgungsstrukturen im Gesundheitssystem.
In Deutschland wird der Weltgesundheitstag seit 1954 mit verschiedenen Veranstaltungen begangen. Während in der Anfangszeit eher eine festliche Veranstaltung mit hochrangigen Politikern und Fachleuten im Vordergrund stand, wird seit über 10 Jahren ein größeres Publikum angesprochen, das in unterschiedlichen Foren Diskussionen zum jeweiligen Thema anstößt.
Der Weltgesundheitstag wird in Deutschland von der Bundesvereinigung "Prävention und Gesundheitsförderung" durchgeführt, das seinen Auftrag dazu direkt vom Bundesministerium für Gesundheit erhält.
Das aktuelle Thema: Maßnahmen des Gesundheitswesens im Katastrophenfall
Während sich alles in den letzten beiden Jahren einerseits um Infektionskrankheiten und andererseits um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit drehte, steht dieses Jahr ein Thema an, bei dem man auf den ersten Blick bei uns wenig Bedenken hat. Aber dass unsere Gesundheitseinrichtungen grundsätzlich gut auf Krisensituationen vorbereitet sind, ist das Resultat langjähriger Bemühungen und ein Zustand, der nur durch weitere sorgfältige Zusammenarbeit aller Akteure im Gesundheitswesen zu halten ist.
Gerade in einem potenziellen Katastrophenfall ist es entscheidend, die betroffene Bevölkerung schnell und effizient medizinisch versorgen zu können. Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäuser und Zentren der medizinischen Grundversorgung müssen so gestaltet und ausgestattet sein, dass sie auch unter großen Schäden, z. B. Unwetter, Sturm, Überschwemmung, aber auch plötzlich auftretenden Epidemien mit vielen Betroffenen ihre Funktion aufrecht halten können.
Die Lage in Deutschland
In Deutschland sind Gesundheitseinrichtungen grundsätzlich gut auf Krisensituationen vorbereitet: Eine funktionierende Vorsorgeplanung gewährleistet ihre Sicherheit und Funktionsfähigkeit auch im Katastrophenfall. In anderen Ländern sieht das anders aus. "Einige Länder haben in der Vergangenheit durch Erdbeben oder Überschwemmungen bis zu 50 % ihrer Krankenhauskapazität eingebüßt, und das zu einem Zeitpunkt, bei dem jeder Platz bitter benötigt worden wäre," sagt Dr. Margaret Chan, Generaldirektorin der WHO.
Hier in Deutschland ist mehr die Bewältigung von Großschadenslagen wie einer Influenza-Pandemie oder eines bioterroristischen Angriffs von Interesse. Die diesjährige Veranstaltung informiert daneben auch, wie die Bundesregierung die Länder bei ihrer Arbeit unterstützt, in dem sie Koordinationsaufgaben und wissenschaftliche Beratungen übernimmt sowie auch übergreifende Konzepte und Planungen entwickelt.
Ein weiteres Thema ist die internationale Zusammenarbeit bei Katastrophen im Ausland – auch hier interessant, weil möglicherweise bei Notfällen in Deutschland auch eine Hilfestellung von ausländischen Versorgungssystemen nötig wäre.
"Weltweit steigt die Anzahl der Katastrophensituationen. Deshalb wird eine vorausschauende Planung zur absoluten Notwendigkeit. Immer häufiger befinden sich große Bevölkerungsgruppen auf klimatisch unsicherem Terrain, der Klimawandel bedingt nicht nur eine dramatische Zunahme von Wetterkatastrophen wie Überschwemmungen oder Wirbelstürmen, sie werden auch immer heftiger. Das bedeutet für unsere Arbeit, dass immer mehr Lebensbereiche zu Risikozonen werden – auch und gerade was die Gesundheitsversorgung angeht," so Dr. Margaret Chan.
Autor/Quelle: Nathalie Blanck / Quelle: WHO
