Medikamenteneinnahme - Regeln

Ob eine Therapie mit Medikamenten erfolgreich ist hängt davon ab, inwieweit Medikamente in der richtigen Dosierung, zum richtigen Zeitpunkt und in der vorgeschriebenen Dauer eingenommen werden. Dass dem nicht immer so ist zeigen Studien - etwa die Hälfte der älteren Patienten nehmen Medikamente nicht oder nicht regelmäßig ein.
- Die Vorschriften des Arztes bezüglich Dosierung und Einnahmeintervalle Sollten Sie einhalten. Setzen Sie keinesfalls auf eigene Faust die Dosis herauf- oder herab!
- Wenn Ihre Beschwerden nicht nachlassen, schlimmer werden oder wenn Nebenwirkungen auftreten, suchen Sie bitte Ihren Arzt auf.
- Ihr Arzt muss außerdem wissen, welche Tabletten Sie sonst noch einnehmen; dies hilft ihm zu klären, ob so genannte Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Medikamenten möglich sind.
- Vor der Einnahme des Medikamentes lesen Sie den Beipackzettel genau durch. Bewahren Sie die Umverpackung mit dem Beipackzettel bis zum Ende der Behandlung auf.
- Lagern Sie Ihre Medikamente am besten immer an einem kühlen und trockenen Ort, z.B. in Ihrem Schlafzimmer.
Richtige Therapie
- Die kausale Therapie ist eine ursächliche Behandlung und bedeutet die Beseitigung der Krankheitsursache. Ein Beispiel ist das Antibiotikum, das Bakterien abtötet und so die Ursache der Infektion beseitigt.
- Das Gegenteil ist die symptomatische Therapie, z. B. die Einnahme eines Schmerzmittels gegen Zahnbeschwerden. Hier wird die Ursache - nämlich der Schaden am Zahn - nicht beseitigt, wohl aber das Symptom Schmerz. Chronische Erkrankungen wie z. B. Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck werden ebenfalls symptomatisch mit Erfolg behandelt, da die Ursache der Erkrankungen nicht beseitigt werden kann. Bei Zahnschmerzen dagegen ist die kausale Therapie der Gang zum Arzt. Es gilt deshalb immer abzuwägen, welche Therapie am sinnvollsten ist.
- Bei einer Substitutionstherapie werden dem Körper Stoffe zugeführt, die fehlen bzw. nicht mehr produziert werden können und die auf diesem Weg teilweise oder ganz ersetzt werden müssen, so z.B. Insulin-Gaben bei Diabetes mellitus oder eine Blutspende.
- Eine prophylaktische Therapie, also die Vorsorge, kommt immer dann zum Einsatz, wenn der Ausbruch einer Krankheit verhindert werden soll, z. B. eine vorbeugende Impfung oder um einem Mangel vorzubeugen, z. B. Vitamine.
Richtige Darreichungsform
Medikamente gibt es heutzutage in ganz unterschiedlichen Arzneiformen wie z. B. Tabletten, Filmtabletten, Zäpfchen, Dragees, Tropfen, Saft, Salben, Pflaster und andere mehr. Hier gilt es ein paar Regeln zu beachten:
- Flüssige Arzneimittel sind vielfach vor Gebrauch zu schütteln.
- Tabletten oder Kapseln sollten nicht im Liegen und mit ausreichend Wasser geschluckt werden - sie könnten sonst in der Speiseröhre stecken bleiben.
- Öffnen Sie keinesfalls Kapseln oder zerkleinern Sie Filmtabletten. Dies kann die Wirkungsweise der Arzneimittel erheblich beeinflussen, z. B. können die Inhaltsstoffe von magensaftresistente Tabletten dann nicht mehr wirken, da sie vom Magensaft zerstört werden.
- Medikamente sollten nicht mit Fruchtsäften, Kaffee, Tee oder Milch eingenommen werden.
- Wenn Sie ein Medikament schlecht vertragen, informieren Sie Ihren Arzt. In diesem Fall kann in den meisten Fällen auf eine andere Darreichungsform zurückgegriffen werden.
- Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind wie z. B. Rheumatiker, können Tablettendosen unter Umständen schlecht öffnen; Menschen, deren Finger zittern tun sich mit dem Abzählen von Tropfen oft schwer. Auch hier gilt: Eine andere Darreichungsform verhilft vielfach zum Therapieerfolg.
- Wer unter Schluckbeschwerden leidet, sollte sich - wenn möglich - nur Säfte oder Tropfen verordnen lassen.
Aktualisiert: 05.09.2010
Autor/Quelle: Nathalie Blanck
Autor/Quelle: Nathalie Blanck

