Medikamente für Kinder

Wer ein krankes Kind betreut, der braucht viel Geduld. Auch die Einnahme von Medikamenten kann dann schwierig sein. Je jünger ein Kind ist, desto unruhiger kann es während einer Krankheit sein.Wenn das Baby zu sehr zappelt, kann es zur Medikamentengabe in eine Decke gewickelt und sanft festgehalten werden. Das Baby sollte dann so gehalten werden als ob es gefüttert wird - auf keinen Fall auf den Rücken legen.
Bei Säuglingen und Kleinkindern lassen sich Säfte und Tropfen leicht mit einer Einmalspritze (ohne Nadel!) aufziehen und können dann in den Mund geträufelt werden. Eine gute Alternative dazu sind Medikamentensauger, die in der Apotheke erhältlich sind.
Bevor man Medikamente für Kinder mit Getränken oder Speisen vermischt, sollte man sich in der Apotheke erkundigen, ob es dabei zu Wechselwirkungen kommen kann. Sinnvoll ist es, dem Kind nach Einnahme einen Löffel Brei, Quark oder einen Schluck vom Lieblingsgetränk zu geben, um den Medizingeschmack herunterzuspülen. Bei Halsentzündungen kann ein Wassereis helfen, das gleichzeitig kühlt und Flüssigkeit zuführt.
Über einen Inhalationssauger können auch ätherische Öle eingeatmet werden. Mentholhaltige Inhalate sind für Kinder jedoch nicht geeignet - sie können wegen des Wirkstoffgehaltes zu Krämpfen bei den Kleinen führen. In der Apotheke sind deshalb extra mentholfreie Inhalationsmittel für Kinder erhältlich.
Dosierung bei Kleinkindern
Kleinkinder brauchen Arzneimittel in genau festgelegten Dosierungen. Werden die Dosierungen unregelmäßig oder falsch eingenommen, besteht die Gefahr, dass das Medikament nicht wirkt oder dem Kind sogar schadet. Säuglinge sind in der Regel wesentlich empfindlicher als ältere Kinder. Und nicht alle Dosierungen steigen mit dem Gewicht und dem Alter.
Daher dürfen Eltern die empfohlene Dosierung nie eigenmächtig ändern. Erbricht sich ein Kind kurz nach der Medikamentengabe oder hat es nach dem Zäpfchen direkt anschließend Durchfall, können die Medikamente noch einmal gegeben werden. Sind seit der Einnahme mehr als 30 Minuten vergangen, ist das Medikament vom Körper aufgenommen. Treten Durchfall oder Erbrechen erst später auf, sollte der Kinderarzt informiert werden. Er wird dann über eine Wiederholung der Arzneimittelgabe entscheiden. Antibiotika für Kinder werden häufig als "Trockensäfte" verschrieben. Weil viele Antibiotika in Lösung schlecht haltbar sind, werden sie als Pulver angeboten, das mit Hilfe von Wasser zum Saft angemischt wird. Das Trockenpulver wird in der Regel in einer lichtunempfindlichen braunen Flasche geliefert, die außen Markierungen aufweist.
Zum Anmischen des Saftes kann in der Regel Leitungswasser verwendet werden. Damit das Auflösen gelingt, sollte man folgendes beachten:
- Den Bodensatz mit wenig Wasser gründlich aufschütteln und gut durchmischen.
- Einige Minuten stehen lassen, damit sich der Schaum setzt.
- Jetzt die Flasche bis zur Markierung füllen und noch einmal gut durchmischen. Tipp: Das Datum auf die Verpackung schreiben.
- Nach der Anfertigung gehören die meisten Antibiotika-Säfte in den Kühlschrank, da sie hier etwas länger haltbar sind.
- Vor der nächsten Dosis muss der Saft erneut gut geschüttelt werden, damit sich der Wirkstoff wieder gleichmäßig verteilt.
Die exakte Füllhöhe in der Flasche ist wichtig, weil sonst die anschließende Dosierung mit dem beigefügten Messbecher oder -löffel ebenfalls ungenau ist. Zum Abmessen der einzelnen Dosen sollte man nach Möglichkeit den mitgelieferten Messlöffel oder Messbecher benutzen, auf jeden Fall aber immer dasselbe Messinstrument.
Arzneimittel sicher aufbewahren
Jedes Arzneimittel muss aus der Reichweite von Kindern gehalten werden. Das gilt auch dann, wenn bei einer akuten Erkrankung Medikamente regelmäßig gebraucht werden. Kinderhände können herumliegende Zäpfchen oder Tabletten blitzschnell in Mund, Nase oder Ohren stecken.
Gleiches gilt für den Besuch bei Oma und Opa: Die großväterlichen Herzmedikamente können ganz schnell bittere Pillen für den Nachwuchs werden. Medikamente gehören in einen abschließbaren Arzneimittelschrank, der am besten im Eltern-Schlafzimmer aufgehoben ist. In der Küche oder im Bad ist es in der Regel zu feucht und warm, um Medikamente dort aufzuheben.
Schließlich sollten Eltern sich auch davor hüten, Medikamente mit Bonbons oder anderen Süßigkeiten zu vergleichen. Kinder müssen frühzeitig lernen, dass Medikamente nur einem einzigen Zweck dienen - gesund zu werden und keine Süßigkeiten zum Dauernaschen sind.
Gegen eine süße Belohnung nach der bitteren Medizin ist nichts einzuwenden: aber auch eine Extra-Kuschelrunde oder ein zusätzliches Kapitel aus dem aktuellen Lieblingsbuch können helfen.
Autor/Quelle: Susanne Köhler
