Sprays und Aerosole

Wenn der Hals kratzt und die Nase läuft, dann kommen häufig Sprays und Aerosole zum Einsatz. Sprays wirken schnell und punktgenau. Sie ermöglichen eine sehr feine Verteilung eines Arzneistoffes. Neben Sprays mit Treibgas gibt es Pumpsprays, die den Wirkstoff über einen Pumpmechanismus freigeben.Zwar gibt es Spül- oder Gurgellösungen mit entzündungshemmenden Wirkstoffen bei Halsschmerzen und Rachenentzündungen. Doch damit die wirken können, muss die Lösung lange Kontakt mit der Schleimhaut in Kontakt haben: Der Patient muss lange genug gurgeln. Für viele Patienten ist es sehr unangenehm, bis zu einer halben Minute gurgeln zu müssen. Manch einer befürchtet gar, die oft scharf schmeckende Lösung zu verschlucken. In diesem Fall kommen Sprays und Aerosole zum Einsatz.
Je nachdem, ob die Sprays als Nasen- oder Halsspray oder als Asthma-Aerosol eingesetzt werden, müssen die unterschiedlichen Anwendungen beachtet werden.
Nasenspray
Bei Nasensprays muss der Kopf gerade und das Sprühfläschchen senkrecht gehalten werden. So haftet das Spray optimal auf der Nasenschleimhaut und der Wirkstoff kann richtig aufgenommen werden.
Halsspray
Bei Halssprays sollte der feine Sprühnebel nicht eingeatmet werden, denn dann kann er nicht in der Mandelgegend an der Schleimhaut haften bleiben. Dazu sollte die Öffnung der Sprayflasche auf das Zäpfchen oder etwas oberhalb davon zeigen. Das Einatmen verhindert man, indem man laut "aaa" sagt und gleichzeitig tief in den Mund sprüht.
Auch wenn die aufgesprühte Lösung möglicherweise zunächst einen schlechten Geschmack hinterlässt, sollte man auf keinen Fall sofort mit einem Glas Wasser nachspülen. Damit erreicht man nur, dass der Wirkstoff wieder entfernt wird und die Heilung ausbleibt.
Dosier-Aerosole
Dosier-Aerosole sind kleine, unter hohem Druck stehende Gasbehälter und für die effektive Behandlung von Asthma unentbehrlich. Bei jedem Sprühstoß wird eine bestimmte Menge Arzneistoff mit Hilfe eines Treibgases abgegeben. Auf diese Weise wird eine genau dosierte Wirkstoffmenge als feiner Nebel freigesetzt und durch gleichzeitiges Einatmen aufgenommen.
- Spray vor der Anwendung kräftig schütteln,
- Dose kopfüber halten und die Schutzkappe abziehen,
- das Mundstück mit den Lippen fest umschließen,
- tief ausatmen
- langsam tief einatmen, dabei gleichzeitig den Sprühstoß auslösen,
- Luft fünf bis zehn Sekunden anhalten,
- dann langsam durch die Nase ausatmen.
Sollen kortisonhaltige Aerosole inhaliert werden oder müssen Kinder das Spray benutzen, können so genannte Spacer in verschiedenen Ausführungen und Größen hilfreich sein. Spacer (engl. "Distanzstück, Überbrückung") sind Zwischenstücke mit großem Volumen, die das Einatmen des Sprays erleichtern. Das in den Spacer gesprühte Aerosol wird dabei in mehreren Atemzügen eingeatmet, die ausgeatmete Luft wird über ein spezielles Ventil abgeführt.
Reinigung der Spacer
Weil sich Kunststoff im Laufe der Zeit elektrisch auflädt, müssen Spacer regelmäßig gereinigt werden, auch wenn sie nicht schmutzig aussehen. Ist der Spacer elektrostatisch aufgeladen, bleibt das Aerosol an der Wand des Zwischenstückes hängen statt in die Lunge zu gelangen.
Es reicht, den Spacer auseinander zu schrauben und mit Spülmittel zu reinigen. Ist er mit klarem Wasser ausgespült, muss der Spacer anschließend an der Luft trocknen. Beim Abtrocknen mit einem Handtuch würde sich die Kunststoffoberfläche des Spacers durch die Reibung wieder elektrisch aufladen.
Autor/Quelle: Susanne Köhler
