Tropflösungen

Viele Medikamente werden in Form von Tropflösungen hochkonzentriert angeboten. Weil der Wirkstoff in den Tropfen bereits gelöst vorliegt, wird er im Allgemeinen schneller vom Körper aufgenommen.
Außerdem können Tropfen sehr viel individueller als zum Beispiel Tabletten dosiert werden. Tropfen werden außerdem für Ohren, Nase und Augen eingesetzt.
Anwendung und Dosierung von Tropflösungen
Der Umgang mit der Tropfflasche ist manchmal nicht ganz einfach. Man unterscheidet zwischen "Randtropfern" und "Zentraltropfern".
- Randtropfer haben ein Loch in der Mitte des Tropfeinsatzes, aus dem die Flüssigkeit heraustropft. Der Tropfer muss schräg gehalten werden, damit die Flüssigkeit heraustropfen kann.
- Bei Zentraltropfern gibt es neben der kleinen Röhre in der Mitte, aus der die Tropfen kommen, eine zweite Röhre am Rand des Einsatzes. Sie dient zur Belüftung. Zentraltropfer müssen genau senkrecht kopfüber gehalten werden, damit die richtige Tropfengröße erreicht wird.
Die genaue Handhabung ist auf dem Beipackzettel des Medikamentes angegeben. Achten Sie bei Tropfen darauf, dass die Flaschen immer gut zugedreht sind. Wenn Flüssigkeit verdunstet, konzentriert sich die Lösung und die übliche Dosierung enthält mehr Wirkstoff als sonst.Das richtige Dosieren von Tropfen wird schwierig, wenn die Sehkraft nachlässt. Wer zwar schlecht sieht, aber gut hört, kann sich mit einem Trick helfen: Man lässt die Tropfen in einen leeren Joghurtbecher fallen und zählt nach Gehör mit. Im Gegensatz zu einem Teelöffel ist der Resonanzboden eines Kunststoffbechers größer und man kann weniger verschütten oder daneben tropfen. Allerdings muss man sich bei dieser Methode sehr konzentrieren. Der Becher sollte anschließend sofort gespült werden, und außerdem nur für diesen Zweck eingesetzt werden.
In jedem Fall ist es für Menschen mit Sehproblemen gut, den Arzt darüber zu informieren und sich z. B. statt Tropfen Tabletten verordnen zu lassen. Bei grösseren Problemen sollte das Abzählen der Tropfen durch eine andere Person erfolgen.
Ohrentropfen
Wenden Sie Ohrentropfen immer handwarm an, denn der Gehörgang ist sehr temperaturempfindlich. Dazu können Sie die Flasche zwischen den Händen wärmen und dabei leicht hin- und herbewegen, jedoch nicht schütteln.
Bei Ohrentropfen legen Sie den Kopf zur Seite und geben einen Tropfen in den Gehörgang. Warten Sie ein wenig, bevor Sie den Kopf aufrichten oder zur anderen Seite neigen. Unter Umständen können Sie einen kleinen Wattepfropfen von außen auflegen, der die Flüssigkeit besser im Ohr hält. Allerdings darf das Wattestück keinesfalls mit Kraft oder gar Gewalt in den Gehörgang gezwängt werden.
Nasentropfen
Für den effektiven Einsatz von Nasentropfen gilt:
- Vor der Anwendung die Nase putzen.
- Kopf in den Nacken legen und einen Tropfen in jedes Nasenloch geben.
- Anschließend Kopf gerade halten, damit die Flüssigkeit nicht in den Rachen läuft.
Augentropfen
Augentropfen wirken nur lokal und haben deshalb wenige Nebenwirkungen. Um eine Verkeimung der Tropflösung zu vermeiden, sollte der entsprechende Tropfer das Auge nicht berühren. Nach dem Öffnen dürfen Augentropfen höchstens vier bis sechs Wochen lang (s. Packungsbeilage) angewendet werden. Vor der Anwendung sollten sie mit der Hand angewärmt werden, weil die Augen dann weniger tränen. Kontaktlinsen müssen entfernt werden, bevor Augentropfen angewendet werden.
Das Eintropfen ist einfacher, wenn man folgendes beachtet:
- Hinsetzen, den Kopf nach hinten neigen, und nach oben schauen das Unterlid sanft nach vorn ziehen und die Lösung in den unteren Bindehautsack im Augenwinkel eintropfen.
- Danach das Lid für zehn Sekunden schließen.
- Blinzeln und bei geschlossenen Lidern die Augäpfel rollen, damit sich die Wirkstoffe gut verteilen.
- Immer nur einen Tropfen in das Auge einbringen, eventuell noch einmal nachtropfen.
- Bei verschiedenen Präparaten sollte man zwischen den Anwendungen zehn Minuten warten, sonst könnte es zu Wechselwirkungen kommen. Außerdem bleibt der Wirkstoff so länger am Auge.
- Künstliche Tränen sollten erst eine Viertelstunde nach anderen Medikamenten eingetropft werden.
Ölige Augentropfen abends anwenden
Ölige Augentropfen auf der Basis gut verträglicher Öle wie Erdnuss- oder Rizinusöl sind zähflüssiger als Tropfen auf Wasserbasis. Sie bleiben länger in Kontakt mit der Horn- und Bindehaut. Allerdings behindern sie die Sicht z. B. beim Autofahren und sollten deshalb abends angewendet werden. Das gilt auch für Augensalben, die die Sicht noch weit stärker einschränken und oft als Fremdkörper im Auge empfunden werden. Wer beim Eintropfen Probleme hat, kann in der Apotheke neben einer gezielten Beratung unter anderem Tropfhilfen bekommen.
Autor/Quelle: Susanne Köhler
