Kindgerecht und genau dosiert: Antibiotika im Trinkhalm

Antibiotika werden in der Regel eingesetzt, wenn Kinder an einem bakteriellen Infekt erkrankt sind oder wenn zur Erkältung eine bakterielle Infektion hinzukommt. Antibiotika bekämpfen die Krankheitserreger und verhindern, dass diese sich weiter ausbreiten. Zudem werden krankheitsbedingte Komplikationen und Folgeerkrankungen verhindert. Die ersten Antibiotika wurden aus Schimmelpilzen gewonnen. Sie produzierten bestimmte Substanzen, die auf Krankheitserreger eine vernichtende Wirkung hatten. Penizillin ist einer der ältesten Vertreter solcher Substanzen. Auch heute sind und bleiben Antibiotika die wichtigsten Waffen im Kampf gegen bakterielle Krankheiten.
Allein in Deutschland werden jährlich etwa drei Millionen Kinder im Alter bis zu zehn Jahren mit Antibiotika behandelt. Unersetzlich sind Antibiotika zum Beispiel bei Lungen- und Hirnhautentzündung, Keuchhusten, Scharlach, vielen Hals-Nasen-Ohren-Infektionen, eitriger Mandelentzündung und schwerer Bronchitis.
Darreichungsformen
Kleine Kinder, vor allem unter sechs Jahren, können Antibiotika noch nicht in Tablettenform einnehmen. In flüssiger Form sind viele Antibiotika ausgeprägt bitter im Geschmack und haben oft nur eine geringe Haltbarkeit. Daher werden sie gerne als so genannte Trockensäfte produziert. Die Säfte selbst müssen dann von den Eltern unter Zugabe von Wasser zubereitet werden.
Doch selbst bei korrekter Herstellung ist die Abmessung der richtigen Dosis mit dem Messbecher oder -löffel oftmals problematisch. Wegen des bitteren Geschmacks besteht die Gefahr der Unterdosierung, weil die kleinen Patienten das Medikament nicht vollständig schlucken, selbst wenn die Antibiotika vorschriftsmäßig mit Wasser oder Tee zu einer Mahlzeit verabreicht werden.
Auf die Dosis kommt es an
Die Wirksamkeit der Therapie bei bakteriellen Infektionen hängt entscheidend von der am Wirkort erzielten Antibiotikakonzentration über die Therapiedauer ab. Neben der Problematik des korrekten Anmischens bekommen viele Kinder das verordnete Antibiotikum außerdem nicht regelrecht verabreicht, wie eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) ergab. Der Grund: Eltern neigen dazu, das Antibiotikum abzusetzen, sobald das Kind gesünder wirkt.
Antibiotika müssen jedoch auf jeden Fall über den verordneten Zeitraum genommen werden – auch dann, wenn die Symptome bereits abgeklungen sind. Wenn Antibiotika zu früh abgesetzt werden, können einige Bakterien überleben, sich erneut vermehren und so zum Versagen der Behandlung führen.
Antibiotika im Trinkhalm
Solche Komplikationen können jetzt mit einer neuen Darreichungsform umgangen werden: einem Antibiotikum im Trinkhalm, das einzeln abgepackt und sofort verwendbar ist. Das Antibiotikum befindet sich als geschmacksneutrales Granulat im Inneren des Trinkhalmes, die Dosis ist bereits fertig abgemessenen – eine Fehldosierung also kaum möglich. Das kranke Kind muss nur noch aufgefordert werden, sein geeignetes – idealer Weise kohlensäurehaltiges – Lieblingsgetränk durch einen diesen Trinkhalm zu trinken. Beim Aufsaugen wird das Granulat mit dem Getränk eingenommen. Studien haben gezeigt, dass diese neue und einfache Technologie es Kindern und Eltern erheblich erleichtert, die Behandlungsempfehlungen des Arztes zu befolgen.
Autor/Quelle: Quelle: Deutsches Grünes Kreuz
