Nitropräparate - was Sie darüber wissen müssen

Eine koronare Herzerkrankung äußert sich häufig als Angina pectoris. Herzpatienten leben in ständiger Angst vor einem erneuten Anfall. Das typische Beschwerdebild einer Angina pectoris sind Schmerzen in der Herzgegend, meist hinter dem Brustbein, Engegefühl im Brustkorb und Atembeklemmungen - oft bei körperlicher Anstrengung und psychischem Stress. Bei anhaltender Angina pectoris muss im Krankenhaus ein akuter Herzinfarkt durch EKG- und Laborkontrollen ausgeschlossen werden.

Zuverlässige Hilfe für Herzpatienten

Zur Behandlung einer Angina pectoris müssen bei Bedarf Medikamente zur Normalisierung von Blutdruck und Cholesterinspiegel eingenommen werden. Häufig werden zusätzlich auch gefäßerweiternde Mittel, so genannte Nitrate, verordnet.

Nitropräparate sind zuverlässige Medikamente (in Kapsel- oder Sprayform, z.B. Nitrolingual® N-Spray) zur Behandlung einer Angina pectoris. Sie erweitern die Engstelle im Herzkranzgefäß und verbessern die Durchblutung. Folge: Das Herz wird entlastet, so dass das Engegefühl in der Brust nachlässt und der Patient seine Tätigkeit wieder aufnehmen kann.

 

Damit es erst gar nicht so weit kommt…

Besser ist es jedoch, es gar nicht erst zum Anfall kommen zu lassen, und das Nitrat bereits vor dem Eintreten der Beschwerden zu nehmen. Denn: Zu Anfällen kommt es erfahrungsgemäß in immer ähnlichen Situationen, z.B. bei plötzlichen Belastungen, beim Hinaustreten in die Kälte, bei psychischem Stress oder öffentlichen Auftritten.

Trotz dieser Fakten kursieren nach wie vor Fehlinformationen, was den Einsatz von Nitropräparaten betrifft. Prof. Dr. med. Peter Mathes, leitender Arzt am Rehabilitationszentrum München, hat die wichtigsten Regeln zur Einnahme von Nitropräparaten zusammengestellt.

 

Was Sie über Nitropräparate wissen sollten…

  • Nitroglycerin ist ein bewährtes Medikament, das beim Angina pectoris-Anfall zuverlässig hilft. Jeder Koronarkranke sollte daher ein Anfalls-Nitrat – Zerbeißkapsel oder Sprühflasche – stets mit sich führen.
  • Die Wirkung von Nitroglycerin tritt prompt ein; nach ein bis zwei Minuten ist eine Erleichterung zu spüren. Häufig macht sich die Gefäßerweiterung durch ein Wärmegefühl im Kopf bemerkbar.
  • Es gibt keine Gewöhnung an Nitroglycerin. Man kann es immer wieder nehmen – es ist immer wieder wirksam.
  • Lieber zehnmal zuviel als einmal zuwenig! Die Anweisung nur im Notfall wird häufig gegeben – ist aber falsch!
  • Nitroglycerin schützt das Herz vor den Auswirkungen eines Angina pectoris-Anfalls! Es ist wirksamer, wenn es bereits zu Beginn der Beschwerden genommen wird.
  • Nitroglycerin eignet sich sehr gut zur Vorbeugung – die Einnahme vor einer Belastung kann einen Anfall verhindern. Das ist der beste Weg, Nitroglycerin zu nehmen!
  • Ein Angina pectoris-Anfall soll nach Möglichkeit verhindert werden.

 

Fazit

Nehmen Sie auch vor Situationen, in denen Sie erfahrungsgemäß einen Anfall erleiden, Ihr Nitropräparat. Das kann den Anfall verhindern oder erleichtern. Hilft die erste Dosis nicht, nehmen Sie nach fünf Minuten eine zweite. Hilft diese auch nicht, rufen Sie Ihren Arzt an! Treten Beschwerden zum ersten Mal auf, werden häufiger oder treten auch in Ruhe auf, so spricht man von einer instabilen Angina pectoris. Hier droht ein akuter Herzinfarkt. Sofort den Notarzt rufen! Quelle: medipresse