Novminsulfon – Gefährliche Nebenwirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Novaminsulfon gehören Übelkeit und Erbrechen sowie eine leichte Rotfärbung des Urins. Daneben kann es auch zu Kreislaufschwankungen kommen. Sehr selten können außerdem Hautveränderungen, Verwirrtheit und Bewusstseinstrübungen auftreten. Bei einer dauerhaften Einnahme von Novaminsulfon kann das Schmerzmittel allerdings auch Organschäden, vor allem an den Nieren, hervorrufen. 

Novaminsulfon: Vorsicht vor allergischen Reaktionen

In seltenen Fällen kann es durch die Einnahme von Novaminsulfon zu einer Überempfindlichkeitsreaktion und einem anschließenden Schock kommen. Im schlimmsten Fall kann diese Nebenwirkung tödliche Folgen haben.

Bei bereits bestehenden Vorerkrankungen wie Asthma bronchiale oder Heuschnupfen kann zudem durch die Einnahme von Novaminsulfon ein Anfall ausgelöst werden. Diese Nebenwirkung tritt vor allem dann auf, wenn Novaminsulfon zu schnell injiziert wird. Dann kann es auch zu einem kritischen Blutdruckabfall kommen.

Im Vergleich zu anderen Schmerzmitteln ist bei Novaminsulfon allerdings positiv anzumerken, dass es sehr gut magenverträglich ist. Zudem liegt kein Suchtpotential, wie es beispielsweise bei Opioiden existiert, vor.

 

Agranulozytose als schwere Nebenwirkung

Sehr selten kann es durch die Einnahme von Novaminsulfon zu einer Schädigung der Zellbildung im Knochenmark kommen (Agranulozytose). Im Knochenmark werden die Granulozyten - eine Unterart der Leukozyten - gebildet. Typische Symptome für eine Agranulozytose sind zunächst Fieber und Schüttelfrost. Mit der Zeit kann sich die Entzündung auf den gesamten Körper ausbreiten und es kann zu einer Sepsis kommen.

Wird Novaminsulfon nach dem Auftreten der Symptome abgesetzt und die Schädigung entsprechend behandelt, ist der Schaden meist reversibel. Wird das Schmerzmittel allerdings weiterhin eingenommen, liegt die Sterberate bei etwa zehn Prozent. Das Risiko für eine Agranulozytose ist bei der intravenösen Gabe von Novaminsulfon besonders groß.

Wie häufig diese schwere Nebenwirkung tatsächlich auftritt, ist unter Wissenschaftlern umstritten. Während in einigen Studien von einer Wahrscheinlichkeit von etwa 1:1.000.000 ausgegangen wird, schätzen andere Studien das Risiko mit 1:1.439 deutlich höher ein. Die unterschiedlichen Ergebnisse sind unter anderem wohl auf eine unterschiedlich hohe Dosis sowie einen verschieden langen Einnahmezeitraum des Medikamentes zurückzuführen.

 

Novaminsulfon: In einigen Ländern verboten

Aufgrund seiner gefährlichen Nebenwirkung ist die Gabe von Novaminsulfon in einigen Ländern, wie beispielsweise England, Japan, Dänemark, Schweden oder den USA,  nicht erlaubt.

In Deutschland ist die Verwendung dagegen zugelassen. Allerdings wird Novaminsulfon meist nur für kurzfristige Behandlungen und nur für bestimmte Einsatzgebiete verwendet. So wird die Einnahme von Novaminsulfon vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte nur zur Behandlung von starken Schmerzen oder in Situationen, in denen andere Medikamente nicht anschlagen, empfohlen. 

Abschließend sollte beachtet werden, dass die absolute Sterberate bei Novaminsulfon bei 25 Todesfällen pro 100 Millionen Anwendungen liegt. Damit liegt die Sterberate deutlich niedriger als bei anderen Schmerzmitteln wie beispielsweise Acetylsalicylsäure (185 Todesfälle) oder Diclofenac (592 Todesfälle) (1). Patienten, die Novaminsulfon einnehmen, sollten regelmäßig ein Blutbild machen lassen und sich bei einer Infektion direkt an den behandelnden Arzt wenden.

Quelle: (1) Andrade SE et al: Comparative safety evaluation of non-narcotic analgesics. J. Clin. Epidemiol. 51 (1998)

 
zurück
1 2