Schmerzmittel - das Für und Wider

Besonders in Deutschland sind die Vorbehalte gegen Schmerzmittel groß, wie die von Reckitt Benckiser in Auftrag gegebene, Studie „Schmerzen und Schmerzmittel ins rechte Licht gesetzt" zeigt. Über 8000 Menschen aus acht europäischen Ländern wurden zu ihrem Umgang mit Schmerzen und Schmerzmitteln befragt.
Nur 38 Prozent der Deutschen gaben an, lieber ein Schmerzmittel zu nehmen als Schmerzen auszuhalten. Andererseits macht sich von den befragten Deutschen fast die Hälfte Sorgen wegen der Nebenwirkungen von Schmerzmitteln. Nur 21 Prozent der Befragten halten Schmerzmittel für eine sichere Methode zur Linderung allgemeiner Schmerzen.
Dabei gibt es gute Gründe, Schmerzen zu bekämpfen: Sie schränken die Lebensqualität ein, führen zum zeitweiligen Rückzug aus Arbeits- und Sozialleben. Zudem kann Schmerz, kehrt er immer wieder, zum Schmerzgedächtnis und zur Chronifizierung führen. All diesem kann durch frühzeitige und adäquate Schmerzmittelgabe entgegen gewirkt werden. Dem gegenüber stehen die Ängste vor Abhängigkeit, Risiken und Nebenwirkungen von Schmerzmitteln, wie z. B. dem medikamentenbedingten Kopfschmerz, der durch übermäßige und zu häufige Einnahme von Arzneimitteln entstehen kann.
Selbstmedikation – was ist sinnvoll?
"Grundsätzlich können bekannte Schmerzen, wie z. B. Migräne und Spannungskopfschmerzen vom Spannungstyp, vom Patienten selbst behandelt werden. Der bestimmungsgemäße Gebrauch von Schmerzmitteln kann die Lebensqualität verbessern – ohne die Gefahr von Abhängigkeit oder Nebenwirkungen", erklärt Professor Dr. Dr. Stefan Evers, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Münster und 1. Vizepräsident der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft e.V. (DMKG).
Wer also rezeptfreie Schmerzmittel, wie z. B. Ibuprofen, bestimmungsgemäß gegen ihm bekannte Beschwerden einsetzt, kann seine Schmerzen sicher lindern – ohne dass dabei Ängste bezüglich Nebenwirkungen oder Risiken berechtigt wären. Der "bestimmungsgemäße Gebrauch von Schmerzmitteln" bedeutet, dass
- die Einnahme erfolgt, sobald der (bekannte) Schmerz auftritt,
- die Dosierung und Einnahmeintervalle laut Empfehlung (Beipackzettel) eingehalten werden,
- die Einnahme maximal drei Tage in Folge und an 10 Tagen im Monat erfolgt,
- Kontraindikationen (siehe Beipackzettel) beachtet werden.
Autor/Quelle: POYS

