Die Seele stärken

Ob man die innere Stimme als etwas begreift, dass uns in Gefahrensituation den richtigen Weg weist (z.B. ein bestimmtes Flugzeug nicht zu besteigen) oder uns indirekte Botschaften übermittelt (z.B. ein unerklärbares Unruhegefühl vor dem Tod eines nahen Menschen): Es gibt zahlreiche, oft spektakuläre Beispiele dafür, wie jemand davon profitierte, auf seine innere Stimme gehört zu haben.
Heute nennen wir die innere Stimme gemeinhin Intuition und meinen damit, dass neben unseren verstandesmäßigen Überlegungen in uns noch eine andere Stimme "spricht". Man ahnt es: Es muss etwas mit unseren beiden Gehirnhälften zu tun haben. Die rechte für Intuition, Gefühl und kreatives Gespür, die linke für Logik und Analyse. Wenn wir Intuition nicht mit Wunschdenken (ich bin sicher, ich gewinne im Lotto) oder Misstrauen (ich fühle genau, dass man ihr nicht trauen kann), Vorurteilen oder falscher Selbsteinschätzung verwechseln, dann kann sie eine sinnvolle Ergänzung zu Vernunft und Logik sein. Denn zur Lösung mancher Probleme brauchen wir eher intuitive Fähigkeiten wie Einfühlungsvermögen, Wahrnehmung, Offenheit und Sensibilität.
Intuition richtig einsetzen:
- Entspannung: Die Intuition liebt die entspannten Momente. Deshalb fallen uns Problemlösungen manchmal erst ein, wenn wir einen langen Spaziergang machen, in der Badewanne liegen oder kurz vor dem Einschlafen sind.
- Auszeit: Wenn Sie über ein Problem lange und erfolglos gegrübelt haben, hilft nur eins: Machen Sie eine kreative (!) Pause.
- Brainstorming: Schreiben Sie ganz spontan alle Aspekte eines Problems oder einer Fragestellung auf. Vielleicht können Sie im Chaos eine Lösung entdecken.
- Richtig hinhören: Achten Sie bewusst darauf, wann sich in welchen Situationen Ihre innere Stimme meldet. Oft merkt man erst hinterher, dass man die richtige Ahnung hatte.
- Leiten lassen: Treffen Sie in Situationen, in denen Sie sonst nach Vernunft und Logik handelten, einmal eine Gefühlsentscheidung, z.B. bei der Ernährung (ihr Körper weiß, was Ihnen gut tut), bei der Tages- oder Wochenplanung, bei der Erziehung. Unter Umständen können Sie sich besser auf Ihr Gefühl verlassen, als Sie ahnen.
Autor/Quelle: Ina Mersch

