Zeit und Widerstände

Zeit - Ich weiß, dass der Sieg erst am Ziel feststeht und nähere mich diesem Ziel systematisch
Jeder Erfolg benötigt eine Vorlaufzeit. Wenn ich möchte, dass ich in meinem Garten in fünf Jahren Pfirsiche ernte, dann muss ich ganz schnell einen Pfirsichbaum pflanzen, denn so lange benötigt der Pfirsichbaum, um Pfirsiche zu produzieren. Der Erfolgsneurotiker pflanzt erst in vier Jahren und macht dann die ganze Welt mit seiner Hektik verrückt und will Pfirsiche erzwingen.
Wer Zeit hat, hat die Souveränität, sich Schritt für Schritt, Stufe um Stufe, überlegt und systematisch seinem Ziel zu nähern. Misserfolge sind oft das Ergebnis hektischen und unüberlegten Handelns. Wer den Erfolg auf Biegen und Brechen will, begeht viele Fehler und ist selten in der Lage, die Fehler zu erkennen und wieder rückgängig zu machen, weil er schon wieder weitergeeilt ist. Wer schrittweise vorgeht, kann Fehler rechtzeitig bereinigen, indem er nur einen Zwischenschritt zurückgeht. Und er weiß, dass er den kleinen Rückstand wieder aufholen kann, da er ja genügend Kraftreserven hat. Wer den Irrtum aber übergeht und weitereilt, rast blind auf einen Misserfolg zu.
Erfolg heißt deshalb auch, mit seiner Zeit systematisch umzugehen und diesen Faktor zu seinem eigenen Vorteil zu nutzen. Ein 100-Meter-Läufer kann sich noch so beeilen und die ersten Runden noch so weit vorne liegen - der Sieg entscheidet sich erst am Ende. Wenn er seine Kräfte schon früh verausgabt hat, ist das Rennen für ihn vorzeitig zu Ende.
Widerstände - Ich weiß, dass ich kann, was ich will.
In der Regel sind die inneren Widerstände, die Bedenken, die Zweifel, der Pessimismus, die negativen Programme die größten Widerstände. Es ist daher leicht zu verstehen, dass ein Mensch der den größten Teil seiner Kräfte schon für die inneren Widerstände verbraucht, zu wenig Energie besitzt, um die äußeren Widerstände zu überwinden. Darum ist zunächst eine Situationsanalyse von Bedeutung, die aufzeigt: Wo liegen meine inneren Widerstände und wie kann ich sie überwinden?
Hemmungen hemmen, wirken entfaltungsverhindernd. Ich kenne keinen Menschen, der keine Hemmungen hat. Kennen Sie einen? Ich kenne Menschen, die ihre Hemmungen verdrängen. Aber ich kenne auch Menschen, die gelernt haben, ihre Hemmungen abzubauen.
Je geringer die inneren Widerstände, desto mehr Kraft und Kreativität hat die Persönlichkeit für die äußeren Widerstände. Und so ist es kein Wunder, dass selbst größte Erfolge möglich werden. Der Mensch, der nicht tagtäglich gegen Widerstände in sich selbst kämpfen muss, kann Energie freisetzen, die er dringend benötigt um den Kampf gegen die äußeren Schwierigkeiten, die sich ihm zwangsläufig in den Weg stellen werden, aufzunehmen. Kommen wir noch einmal auf ein Beispiel aus dem Sport zurück. Wenn ein Tennisspieler während eines Matches ständig mit seinen eigenen Fehlern beschäftigt ist, mit sich selber hadert, unzufrieden mit seinem Aufschlag ist, kann er sich kaum noch auf die Taktik und das Spiel des Gegners einstellen. Er ist so sehr damit beschäftigt, sein eigenes Spiel in den Griff zu bekommen, dass er keine Reserven mehr hat, dem Spiel des anderen etwas entgegenzusetzen. Er gerät in die Defensive, macht den Gegner überlegen und spielbestimmend.
Der ständige Kampf gegen die inneren Widerstände schwächt die eigene Position. Wer dagegen die Sicherheit hat, dass er kann, was er will, konzentriert sich nicht mehr auf sich selbst, sondern auf die äußeren Hindernisse. Selbstsicherheit ist deshalb der einzige Weg, den zähen und überflüssigen Kampf gegen sich selbst aufzugeben. Und Selbstsicherheit ist der beste Weg, einem äußeren Hindernis entgegenzutreten.
Fazit
"An ihren Taten werdet ihr sie erkennen", heißt es schon im alten Testament. Wer also tatenlos lebt, ist nicht Herr seines Lebens, sondern Anziehungspunkt für das Negative. Aktiv tätig sein und dennoch nicht im Materiellen verhaftet, das ist wahre Meisterschaft.
Autor/Quelle: anzag

