Kaufverhalten von Mann und Frau

Bis zur Jungsteinzeit vor ungefähr 10 000 Jahren lebten alle Menschen als Jäger und Sammler. In einem Artikel zu Weihnachten haben amerikanische Forscher darauf aufmerksam gemacht, dass sich das Erbe der Menschheitsgeschichte bis heute im unterschiedlichen Kaufverhalten der Geschlechter widerspiegelt. Dr. Rose Shaw, Psychotherapeutin aus München, stellt im Blog Psychologie Aktuell den Artikel der Wissenschaftler der University of Michigan vor, der für mehr Verständnis zwischen den Geschlechtern wirbt.

Jäger und Sammler in Shopping-Malls

In den Tagen vor Weihnachten sind Menschen erneut losgehetzt, um ihre Weihnachtseinkäufe in letzter Minute zu erledigen: Männer stürzen sich oft auf das, was sie am schönsten finden, zahlen und gehen. Frauen dagegen schauen sich Stoffe, Farben, Beschaffenheit und Preise erst genau an. So setzt sich ein Jäger- und Sammlerritual aus vergangenen Zeiten überall auf der Welt in den Einkaufszentren von heute fort. „Wenn Sie das Einkaufsverhalten Ihres Partners verstehen, kann das helfen, den Stress in den Geschäften abzubauen“, meint ein Wissenschaftler an der University of Michigan.

Kaufverhalten: Unterschiede bei Mann und Frau

Daniel Kruger von der School of Public Health an der University of Michigan erklärt, dass es traditionell Frauen seien, die essbare Pflanzen und Pilze sammeln. Auf unser modernes Zeitalter übertragen kann man sich dies vorstellen wie einen Einkaufskorb vollpacken, indem man eines nach dem anderen auswählt, meint er. In Jäger- und Sammlergesellschaften kehren Frauen wieder an dieselben Stellen zurück, an denen sie schon vorher erfolgreich ernten konnten. Meistens entfernen sie sich dabei nicht weit von zu Hause und orientieren sich an Landmarken. Gesammelt wird täglich, oft gemeinsam mit anderen, und kleine Kinder können, wenn nötig, mitgenommen werden. Beim Sammeln müssen Frauen sehr geschickt sein, um genau die richtige Farbe, die Textur und den Duft auszuwählen. Nur so können sie die Sicherheit und Qualität der Nahrung gewährleisten. Zudem müssen sie die günstigste Zeit für die Ernte abpassen und wissen, wann an einer bestimmten abgeernteten Stelle etwas nachgewachsen ist und es wieder genug Neues zu ernten gibt.

Einkaufen: Frauen die besseren Käufer?

Noch heute wissen Frauen sehr viel eher als Männer, wann man zum Beispiel eine bestimmte Art von Produkt kaufen kann. Frauen lassen sich auch viel mehr Zeit, um das perfekte Geschenk auszusuchen. Männer dagegen haben oft etwas ganz Bestimmtes im Sinn und wollen nur ins Geschäft, es kaufen und wieder raus. Zu Zeiten unserer Vorfahren war es nämlich entscheidend, das Fleisch so schnell wie möglich nach Hause zu schaffen, so Kruger. Kleine Kinder auf die Jagd mitzunehmen, wäre nicht sicher gewesen, sondern eher hinderlich. „Natürlich sind diese Verhaltensweisen nicht genetisch bestimmt und treffen nicht auf jeden zu, aber im Großen und Ganzen kann man sie immer wieder beobachten,“ stellt Kruger abschließend fest.