Stress: Was kann man gegen Stress tun?

Viele Stressgeschädigte machen einen großen Fehler: Sie wollen das Problem der Überforderung nicht wahrhaben. Das passt nicht zum Image des erfolgreichen Karrieremachers im Beruf oder des souveränen Hausmanns und Vaters. Der erste Schritt der Stress-Therapie: Erkenne Dich und Deinen persönlichen Stress selbst! Das kann man mit dem Lebenspartner oder einem anderen vertrauten Menschen ruhig offen ansprechen: "Du, sag mal, wirke ich auf dich verändert oder angespannt!".

Ist man zu den Kindern ungerechter als früher? Brüllt man vielleicht sogar los, wenn man sich ärgert? Wenn man erkannt hat, dass man gestresst ist, muss man die Stressoren analysieren: "Was genau stresst mich? Die Kollegen, der Ärger mit dem neuen Wagen, die fehlende Freizeit, oder gar der hohe Anspruch an mich selbst?" All das sollte man selbst freiwillig prüfen, bevor der Arzt es notgedrungen tun muss. Bei der Stressbewältigung steht der aktive Umgang mit den Stressauslösern im Vordergrund. Überlegen Sie, was Ihre persönlichen Stressauslöser sind und wie Sie speziell diese vermindern können. Hier ein paar Tipps, die Ihnen dabei helfen können:

Tipps gegen Stress

  • Absprachen mit allen Beteiligten über die jeweiligen Erwartungen und Vorstellungen – das gilt für Projekte im Beruf genauso wie für Urlaub und Feiertage
  • Delegieren
  • Erwartungen (vor allem an sich selbst) nicht zu hoch zu setzen, schauen, ob wirklich 100 % Zielerreichung notwendig sind
  • Lernen, "Nein" zu sagen und sich nicht allen Wünschen von außen zu beugen
  • Spannungen schnell ansprechen und klären, damit sie nicht eskalieren; nervende Kollegen ansprechen oder ignorieren
  • Akzeptieren, dass alltäglicher Streit und Konflikte völlig normal sind – auch im Urlaub und an Festtagen
  • Persönliche Freiräume, Rückzugs- und zeitnahe und ausgiebige Entspannungsmöglichkeiten schaffen, den Alltag nicht mit Terminen überladen
  • Die innere Uhr mehr berücksichtigen (z. B. schwierige Aufgaben am Vormittag oder späten Nachmittag während des persönlichen Leistungshoch erledigen); Arbeitszeit so einteilen, dass genügend Freizeit bleibt, Urlaubstage voll ausschöpfen
  • Familienleben und Freundschaften pflegen
  • Spaziergänge, Sport und genügend Schlaf einplanen;
  • Auf gesunde, ausgewogene Ernährung achten, öfters mal "Anti-Stress-Food" auf den Speisezettel setzen: Müsli, Papaya, Paprika, Bio-Geflügel

Wer Stress aktiv bewältigt, der wird nicht so leicht davon überrollt. Aktive Stressbewältigung bedeutet, sich auf seine eigentlichen Ziele zu konzentrieren und die Dinge, die einem nicht gut tun, aus dem Weg zu räumen.

Als Hilfsmittel können Sie zum Beispiel Checklisten anlegen, die das Gewichten der einzelnen Aufgaben und Ereignisse erleichtern, oder Arbeitspläne, mit deren Hilfe Sie die einzelnen Aufgaben besser strukturieren können. Sprechen Sie mit anderen über das, was Sie stresst.

Und zögern Sie nicht, kompetente Hilfe z. B. bei einem Psychotherapeuten zu suchen, wenn Sie das Gefühl haben, sich nicht selbst aus der Stressfalle befreien zu können.

Mittel zur Stressbewältigung

Es kommt auf das richtige Gleichgewicht zwischen Belastung und Entlastung an. Bewusste Entspannung ist daher das A und O. Viele Menschen meinen, dass sich Stress von selbst abbaut. Doch wer z. B. vor dem Fernseher sitzt, mag sich zwar ruhiger fühlen - wirklich entspannend ist das aber nicht.

In der medizinischen Rehabilitation von Stress bedingten Herz-Kreislauf Erkrankungen spielt die "aktive Entspannung" deshalb eine zunehmende Rolle: Patienten lernen z. B. durch autogenes Training oder kontrolliertes An- und Entspannen von Muskeln, Stress aktiv abzubauen. Auch meditative Atemtechniken, in Stress-Momenten bewusst eingesetzt, sind äußerst effektiv: Wer sich auf seine Atmung konzentriert, blendet störende Gedanken oder Einflüsse aus und schafft sich so mitten im Stress kleine Ruheinseln.

Und: Solche Entspannungsmethoden haben einen messbar positiven Einfluss aufs Immunsystem. Auch das Zusammensein mit Familie, Freunden und Bekannten, Musik hören, Tanzen und regelmäßige Bewegung in Form von Spazieren gehen und sportlicher Aktivität sind wirkungsvolle Methoden, Stress abzubauen.

Hier einige Stresshilfen im Überblick:

  • Pflanzliche Arzneimittel mit Baldrian oder Hopfen tragen zur Beruhigung bei, gegen depressive Verstimmungen hilft Johanniskraut.
  • Das ätherische Öl der Melisse wirkt krampflösend und nervenberuhigend. Eine Anwendung ist besonders bei nervös bedingten Einschlafstörungen und Unruhezuständen zu empfehlen. Gekoppelt mit einer Massage tragen sie besonders zur Entspannung bei.
  • Bachblüten sind auch einen Versuch wert: Impatiens hilft gegen Ungeduld, Elm stärkt sie bei Überforderung, Vervain bei einem ausgeprägten Ruhebedürfnis.
  • Bei der Akupressur geschieht die Behandlung nur mit Händen. Durch Druck und Reibung an bestimmten Punkten des Körpers soll der gleichmäßige Fluss der Lebensenergie wieder in Gang gesetzt werden. Akupressur kann auch zur Entspannung verkrampfter Muskeln, gegen Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen, der Beseitigung von Übermüdungserscheinungen und zur Erhöhung des Wohlbefindens eingesetzt werden.
  • Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Yoga oder andere Entspannungstechniken helfen, mit Stress besser umzugehen.
  • Ruhige Atmung wirkt entspannend, weil sie Sauerstoff und Energie in den Körper bringt.