Unruhezustände - wenn Körper und Geist nicht zur Ruhe kommen

Innere Anspannung, das Gefühl, überfordert zu sein und die Angst, es keinem gerecht zu machen, rauben uns die Freude am Tag.
Doch in hektischen Zeiten fehlt oft die Zeit, uns zu entspannen und Kraft für die täglichen Anforderungen zu schöpfen. Die Ursachen für Nervosität und Unruhe sind unterschiedlich, die Folgen sind fast immer gleich. Körper und Geist fehlen die notwendige Erholung. Dabei ist gerade dann die innere Ruhe wichtig, wenn wir vor neuen Aufgaben stehen, sei es in der Familie, am Arbeitsplatz oder im Freundeskreis.
Nervosität und Schlafstörungen sind oft gepaart. Durch die Anspannung am Tag kommen wir auch am Abend nicht zur Ruhe und finden nicht den erholsamen Schlaf. Durch den daraus resultierenden Schlafmangel wird der folgende Tag zur Qual. Ein Kreislauf stellt sich ein, den wir nur schwer durchbrechen können.
Meistens helfen einfache Maßnahmen, um Ruhe und inneres Gleichgewicht wieder zu erlangen. Die Natur hält darüber hinaus eine Vielzahl an Arzneipflanzen bereit, die uns helfen, entspannter durch den Tag zu gehen oder abends besser abschalten zu können.

Ursachen

Fast jeder hat im Laufe seines Lebens schon Phasen erlebt, in denen er durch Nervosität oder einer Neigung zur Überängstlichkeit den täglichen Anforderungen nur schwer gewachsen war.
Die Ursachen für die innere Unausgeglichenheit können entweder in unserem Umfeld oder auch in uns selber liegen.
Zu den durch die Umwelt bedingten Ursachen zählen unter anderem:

  • ständiger Stress, sei es in der Familie oder am Arbeitsplatz
  • die tägliche Hektik durch Termindruck und übermäßige Arbeitsbelastung
  • übermäßige Anforderungen unserer Mitmenschen
  • Reizüberflutung
  • belastende Lebenssituationen

Zu den in uns selber liegenden Ursachen zählen unter anderem:

  • hohe Anforderung an uns selber, alles perfekt zu machen
  • Überempfindlichkeit gegenüber der Kritik anderer
  • Enttäuschungen
  • nicht abschalten können
  • der Hang, sich schnell über Kleinigkeiten aufzuregen

Frauen leiden häufiger unter Unruhezuständen, vor allem, da Sie durch Familie und Beruf oft doppelt belastet sind. Aber auch durch die Hormonschwankungen während der Wechseljahre werden innere Unruhe und Nervosität gefördert.
Aber auch die Erwartungen an Männer können so groß sein, dass ihre innere Ruhe und Ausgeglichenheit verloren gehen.

Folgen

Normalerweise folgt jeder Anspannungsphase eine Entspannungsphase. Dabei werden im Körper Reaktionen ausgelöst, die der Erholung dienen. Dazu gehören eine ruhige Atmung, eine erniedrigte Herzfrequenz und eine verminderte Kreislaufleistung. Bleibt diese Erholung über eine längere Zeit aus, hat das Folgen für unseren Körper.
Die Abwehrbereitschaft gegenüber Krankheiten ist geschwächt, Infektionserreger können uns schneller angreifen. Die Langzeitfolgen sind schwere Krankheiten und körperliche Beeinträchtigungen. Ständiger Stress greift auch die Psyche an. Genau wie unser Körper braucht auch die Psyche Zeit zur Erholung. Bleibt diese aus, können sich im schlimmsten Fall Depressionen entwickeln, die vom Arzt behandelt werden müssen.
Ängste, die über längere Zeit anhalten, sind kein Fall für eine Selbstdiagnose. Sie gehören in die Hände eines erfahrenen Arztes. Dieser kann einschätzen, ob die Angst bereits Krankheitscharakter hat und eine passende Therapie auswählen, die Körper und Seele gleichermaßen berücksichtigt.

Tipps zur Ruhe

Um Unruhezustände erfolgreich anzugehen, ist es sinnvoll, sich mit der eigenen Lebenssituation auseinander zu setzen.
Machen Sie sich eine Liste, wann die Anspannung am größten ist. Überlegen Sie dann, wie Sie diesen Situationen begegnen können.

  • Bei übermäßiger Arbeitsbelastung können Sie Ihre Mitmenschen um Hilfe bitten, sei es am Arbeitsplatz oder im privaten Umfeld.
  • Versuchen Sie, sich nicht selber unter Stress zu setzen. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Gedanken zu sortieren.
  • Kommen Sie mit einer Aufgabe nicht weiter, so scheuen Sie sich nicht andere um Hilfe zu bitten. Übergeben Sie auch mal Aufgaben an andere.
  • Versuchen Sie, überflüssige Termine aus ihrem Alltag zu verbannen.
  • Machen Sie sich jeden Tag einen Arbeitsplan. Überlegen Sie, wie lange Sie für die einzelnen Aufgaben brauchen. Planen Sie auch bewusste Phasen der Entspannung ein.
  • Lernen Sie, auch an sich zu denken. Jeder Mensch braucht Erholungsphasen und muss nicht immer für alle verfügbar sein.
  • Schaffen Sie sich einen räumlichen Abstand zu Ihrer Umgebung, wenn die Entspannung in der Familie oder am Arbeitsplatz schwer fällt. Ein Spaziergang im Park, am Wasser oder im Wald lässt die Gedanken zur Ruhe kommen.
  • Lernen Sie, den Tag bewusst abzuschließen. Um besser einschlafen zu können, sollte man ca. 2 Stunden vor dem Schlafengehen das Tagesprogramm beendet haben. Nehmen Sie sich dann die Zeit für Ihre Erholung. Hilfreich sind Abendrituale.
  • Fällt das Abschalten schwer, so kann man in Kursen (bei der Volkshochschule oder manchen Krankenkassen) Entspannungstechniken lernen.

Wer durch innere Unruhe, Nervosität oder dauerhafte Anspannung nicht zur Ruhe kommt, dem können Arzneimittel aus der Apotheke helfen.
Schwerwiegende psychische Störungen und organische Erkrankungen müssen von einem Arzt behandelt werden. Leiden Sie schon länger unter Unruhezuständen oder Ängsten, so klären Sie bitte mit Ihrem Hausarzt eventuelle Erkrankungen ab.