Augenuntersuchungen: Diagnostik am Auge

Schätzungsweise 40 % unserer aufgenommenen Informationen werden über Farben und damit über unsere Augen vermittelt. Auf deren Netzhaut ermöglichen 120 Millionen Stäbchen für das Schwarz-Weiß-Sehen und 6 Millionen empfindlich auf Rot, Grün und Blau reagierende Zapfen dem Menschen, mehrere hunderttausend Farbschattierungen zu unterscheiden. Doch bei etwa der Hälfte der Bevölkerung ist die Sehkraft beeinträchtigt.

Eine Reihe von Beschwerden kann einen Patienten zum Augenarzt führen. Oft sind es akute Symptome wie Tränen und Rötung, Lichtscheu, Juckreiz oder Schmerzen, aber auch Trockenheit und plötzliche oder schleichend auftretende Sehstörungen kommen häufig vor. Bei Kindern ist Schielen eine der Hauptursachen für den Augenarztbesuch. Zu den Erkrankungen des Auges gehören Entzündungen und Infektionen, Veränderungen der Gefäße oder der Netzhaut, Tumoren, Verletzungen und Mitbeteiligung der Augen bei anderen Krankheiten wie einem Bluthochdruck. Vielfach lassen sich die Ursachen durch gezieltes Befragen bereits eingrenzen.

Wichtig ist, ob eines oder beide Augen betroffen sind, wann und wie häufig die Beschwerden auftreten, ob sie plötzlich angefangen haben und ob weitere Symptome vorliegen. Auch andere Krankheiten wie Allergien oder Diabetes sowie eingenommene Medikamente können von Bedeutung sein, ebenso Erkrankungen in der Familie.

Die Grunddiagnostik

Die körperliche Untersuchung erfolgt meist am sitzenden Patienten. Äußerlich sichtbare Krankheitszeichen (Inspektion) sind z.B. Rötungen, vermehrte Tränenflüssigkeit und Hornhautverletzungen. Fremdkörper oder Veränderungen unter dem Lid kann der Arzt beurteilen, indem er das Augenlid mit Hilfe eines Spatels oder Watteträgers umklappt. Besteht der Verdacht auf eine Infektion, kann er mit einem Wattetupfer einen Abstrich (von Bindehaut, Hornhaut oder Glaskörper) entnehmen und im Labor auf Erreger untersuchen lassen.

In seltenen Fällen kann zusätzlich auch eine Blutuntersuchung nötig sein. Bei der Tastuntersuchung (Palpation) drückt der Arzt mit seinen Fingerkuppen leicht auf die geschlossenen Augäpfel und kann so grob im Seitenvergleich den Augeninnendruck prüfen (der z.B. beim Grünen Star oder durch einen Bluterguss erhöht sein kann).