Herzkatheter-Formen
Untersuchungsvorbereitung
Bevor eine Herzkatheter-Untersuchung durchgeführt wird, müssen einige Voruntersuchungen – in der Regel vom Hausarzt – durchgeführt werden. Dazu gehören EKG, Belastungs-EKG, Röntgenbild von Lunge und Herzen sowie eine Blutuntersuchung, bei der das Blutbild und die Blutgerinnungswerte festgestellt werden.
Besonders wichtig ist die Bestimmung der Schilddrüsen- und Nierenwerte. Eine Schilddrüsen-Überfunktion muss ausgeschlossen werden, weil sich diese Fehlfunktion durch die jodhaltigen Kontrastmittel verschlimmert. Außerdem müssen Allergien auf Kontrastmittel oder Betäubungsmittel ausgeschlossen werden. Weil das Kontrastmittel über die Nieren wieder ausgeschieden wird, muss die Nierenfunktion abgeklärt werden.
Die Untersuchung
Die Untersuchung wird meist in einem speziellen Herzkatheterlabor durchgeführt. Der Patient befindet sich dabei auf einer Liege, über ihm die Durchleuchtungsanlage; dazu erlauben Monitoren dem Personal den ständigen Blick auf die Untersuchung selbst, aber auch die Herz- und Kreislauffunktionen des Patienten. Die Untersuchung dauert in der Regel ½ bis 1 Stunde; bei besonders komplizierten Veränderungen an den Herzkranzgefäßen oder bei hochgradigen Verkalkungen und Klappenfehlern auch länger. In der Regel ist die Untersuchung nicht schmerzhaft. Bei einigen Patienten aber führt die Vorstellung, dass der Eingriff direkt am Herzen vorgenommen wird, trotz ihrer Zustimmung zu innerer Unruhe und Spannungen – in solchen Fällen kann ein Beruhigungsmittel gegeben werden. Das Kontrastmittel kann bei der Injektion zu einem Hitzegefühl oder Übelkeit führen, die aber in Sekundenschnelle wieder verschwinden.
Nach der Untersuchung
Nach der Untersuchung wird der Patient intensiv beobachtet. Damit es an der Punktionsstelle nicht zu Nachblutungen kommt, wird diese mit einem Druckverband geschlossen und häufig der Druck durch einen aufgelegten Sandsack erhöht. Werden so genannte Ankersysteme oder aber Nähte zum Verschluss der Punktionsstelle eingesetzt, kann auf einen Druckverband verzichtet werden.
Ein leichtes Druckgefühl an der Punktionsstelle und eine geringfügige Empfindlichkeit, die durch den Einstich und die anschließende Wundheilung ausgelöst werden, sind normal. Wenn nur eine Untersuchung, aber kein therapeutischer Eingriff durchgeführt wurde, kann der Patient schon nach 2–3 Stunden wieder aufstehen. Wichtig ist jedoch, dass körperliche Anstrengungen, vor allem schweres Heben, vermieden werden. Nach 8 bis 10 Tagen ist der Patient wieder einsatzfähig und kann auch wieder Sport treiben.
Dialysepflichtige Patienten werden nach einer Herzkatheter-Untersuchung immer an die künstliche Niere angeschlossen. Alle Patienten sollten nach der Untersuchung viel trinken, um die Ausscheidung des Kontrastmittels zu unterstützen. Nur Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Herzleistung dürfen nicht so viel trinken, weil die vermehrte Flüssigkeitsaufnahme das Herz noch weiter belasten würde.
Autor/Quelle: Susanne Köhler / Überarbeitung: Dagmar Reiche

