Lungenuntersuchungen

Ohne Sauerstoff kein Leben – fast 20.000 Liter Luft atmet der Mensch durchschnittlich täglich ein und aus. Dabei wird dem Körper Sauerstoff zu- und giftiges Kohlendioxid abgeführt. Dafür ist die Lunge ständig im Einsatz. Verschiedene Erkrankungen können ihre Funktion beeinträchtigen. Wichtig zur Vorsorge und adäquaten Therapie ist die richtige Diagnostik. Häufig führen Beschwerden den Patienten zum Arzt. Doch auch im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen oder Tauglichkeitsprüfungen für Beruf und Sport hat die Untersuchung der Lunge einen hohen Stellenwert. Wie jede Untersuchung beginnt auch die der Lunge mit einem Gespräch zwischen Arzt und Patient. Dabei wird nicht nur nach aktuellen Symptomen wie Atembeschwerden, Husten, Auswurf, Brustschmerzen und Fieber, sondern u.a. auch nach Vorerkrankungen und Allergien, Krankheiten in der Familie und Medikamenteneinnahme gefragt.

Auch Rauchverhalten und Beruf sind wichtig, da z.B. bestimmte Substanzen chronische Veränderungen des Lungengewebes verursachen können. Hinzu kommen die Befunde, die der Arzt beim Anschauen des Patienten und bei der körperlichen Untersuchung gewinnt. Spezielle Tests dienen dann dem Verfeinern der Diagnose und dem Aufstellen des Therapiekonzepts oder zur Behandlungskontrolle. Zum Teil können sie direkt mit therapeutischen Maßnahmen gekoppelt werden. Welche apparativen Untersuchungen eingesetzt werden, hängt von der Verdachtsdiagnose und Fragestellung ab.

 

Die Grunddiagnostik

Die körperliche Untersuchung erfolgt meist am sitzenden oder liegenden Patienten bei entkleidetem Oberkörper. Äußerlich sichtbare Zeichen (Inspektion) einer Lungenerkrankung sind z.B. blaue Lippen und Finger, Veränderungen der Fingernägel, Verformungen des Brustkorbs, Veränderungen der Atmung und Husten.

Bei der Tastuntersuchung (Palpation) prüft der Arzt, ob die Atembewegung des Brustkorbs symmetrisch sind, Veränderungen von Schilddrüse, Luftröhre und Lymphknoten oder Schmerzhaftigkeit der Knochen bei Druck oder beim Beklopfen vorliegen.

Mit dem Stimmfremitus lässt sich die Schallleitung in der Lunge grob überprüfen, die bei krankhaften Prozessen verändert ist. Dafür legt der Untersucher seine Hände flach auf den Rücken des Patienten, während dieser die Zahl "99" spricht.

Mit dem Abklopfen (Perkussion) des Brustkorbs lassen sich erste Aussagen über die Größe und den Luftgehalt der Lunge machen sowie die Lungenverschieblichkeit beim Ein- und Ausatmen prüfen. Die Perkussion im Seitenvergleich wird durch das Abhören mit dem Stethoskop (Auskultation) ergänzt. Dabei werden die Geräusche wahrgenommen, die vom Luftstrom in den Atemwegen verursacht werden. Bei Lungenerkrankungen sind diese oft verändert oder es sind Nebengeräusche vorhanden. Je nach Art spricht man z.B. von Rasselgeräuschen, Stridor (ein Pfeifen), Knistern oder Lederknarren. Dem geübten Untersucher geben die Befunde bei Perkussion und Auskultation wichtige Hinweise auf Krankheiten von Lunge und Brustfell.

Je nach Fragestellung werden verschiedene Laborwerte im Blut bestimmt, die allerdings meist nur Hinweise auf Ursachen oder Risikofaktoren geben. Speziell bei Lungenerkrankungen kann die Sauerstoffsättigung über die Haut am Ohr oder Finger gemessen (Pulsoxymetrie) bzw. per Blutentnahme aus einer Arterie z.B. am Handgelenk bestimmt werden (Blutgasanalyse). Daneben ist auch die Untersuchung von evtl. vorhandenem Auswurf (Sputumdiagnostik) auf Erreger und Zellen von Bedeutung.

 
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