Untersuchungen der Ohren

Zwar besitzt der Mensch nicht gerade das beste Hörvermögen im Tierreich, trotzdem spielen die Ohren eine wichtige Rolle in unserem Alltag. Sie helfen uns bei der Orientierung im Raum, übermitteln Informationen und ermöglichen die Kommunikation mit anderen. Daneben hat dort auch das Gleichgewichtsorgan seinen Sitz.
Hauptbeschwerden, die Patienten zu einem Ohrenspezialisten führen, sind Hörverlust, Schmerzen, Ohrenlaufen, Ohrgeräusche und Schwindel. Zunächst wird sich der Arzt erkundigen, ob die Symptome plötzlich oder allmählich aufgetreten sind und eines oder beide Ohren betreffen. Interessant für ihn ist auch, ob weitere Beschwerden oder Krankheiten vorliegen, bestimme Medikamente eingenommen werden und der Betroffene in der Vergangenheit großem Lärm ausgesetzt war. Auch ähnliche Beschwerden in der Familie können wichtige Hinweise auf die Erkrankungsursache geben.
Oft wird bereits jetzt eine Verdachtsdiagnose gestellt; weitere Untersuchungen dienen dann dem Verfeinern der Diagnose und dem Erstellen bzw. der Kontrolle des Behandlungskonzepts.
Die Grunddiagnostik
Die körperliche Untersuchung erfolgt überwiegend am sitzenden oder stehenden Patienten. Äußerlich sichtbare Krankheitszeichen (Inspektion) sind z.B. Schwellungen hinter dem Ohr und Knötchen, Vernarbungen oder Krustenbildungen in der Ohrmuschel. Eine wichtige Rolle spielt die Untersuchung des äußeren Gehörgangs und des Trommelfells mit einem trichterförmigen Ohrenmikroskop (Otoskopie). Dabei wird nach Ohrenschmalz und anderem Sekret, nach der Hautbeschaffenheit und nach Verengungen geschaut sowie das Trommelfell beurteilt. Dessen Farbe, Form, Oberflächenbeschaffenheit und Unversehrtheit geben bedeutende Hinweise auf bestimmte Erkrankungen wie Mittelohrentzündungen oder Belüftungsstörungen. Die Verbindung der Ohren mit dem Nasen-Rachen-Raum wird bei einer Nasenspiegelung beurteilt.
Autor/Quelle: Dagmar Reiche

