Untersuchungen der Ohren: Weitere Tests zur Ohrenuntersuchung

Funktionstests des Gleichgewichtsorgans
Eine ganze Reihe von Untersuchungen dient dazu, Schwindelattacken auf den Grund zu gehen. Sie machen sich zunutze, dass zur Orientierung im Raum und Koordination das Gleichgewichtsorgan im Innenohr mit anderen Strukturen wie dem Gehirn, den Augen oder den Druckrezeptoren auf der Haut direkt oder indirekt verknüpft ist.
- Zu den Koordinationstests gehört der Romberg-Versuch, bei dem der Patient mit geschlossenen Augen und vorgestreckten Armen stehen muss, und der Unterberger-Versuch, bei dem er zusätzlich auf der Stelle tritt. Ob die Gleichgewichtsprobleme allerdings vom Vestibularisorgan im Innenohr oder von zentraler Stelle im Gehirn ausgehen, bedarf weiterer Untersuchungen.
- Bei Nystagmusprüfungen wird mithilfe einer speziellen Brille im Sitzen untersucht, wann und wie eine, auch beim Gesunden (z.B. beim Blick aus einem sich bewegenden Fahrzeug) vorhandene, rhythmische Augenbewegung auftritt. Zusätzlich kann ein solches Augenzittern auch beim liegenden Patienten durch kaltes oder warmes, ins Ohr gespültes Wasser ausgelöst werden (kalorischer Nystagmus). Weicht die Seite und die Form des Nystagmus vom Üblichen ab, gibt dies Hinweise auf die Ursache einer Gleichgewichtsstörung.
Weitere Untersuchungen
Bildgebende Verfahren werden vorwiegend dann eingesetzt, wenn man Veränderungen an den Knochen oder im Gehirngewebe vermutet. Da sich die Knochen im Bereich des Ohrs stark überlagern, gibt es einige spezielle Techniken vor allem für Röntgenbilder des Felsenbeins (Aufnahme nach Schüller bzw. Stenvers). Die Computertomographie (CT) ist angezeigt, wenn der Verdacht auf Knochenbrüche (z.B. nach einem Unfall), Fehlbildungen oder einen Tumor besteht. Bei letzterem wird auch die Magnetresonanztomographie eingesetzt. Spritzt man zusätzlich Kontrastmittel, lassen sich auch Gefäße darstellen.
Autor/Quelle: Dagmar Reiche

