Untersuchungen von Leber und Gallenwegen: Bildgebende Verfahren
Bildgebende Verfahren
Mit den verschiedenen Geräteuntersuchungen begibt man sich auf Spurensuche – schließlich will man ja wissen, wo im Maschinenpark sich der Stau oder das Leck befinden und wie groß das Ausmaß der Störung ist.
Im Vergleich zum Abtasten erlaubt der Ultraschall (Sonographie) wesentlich genauere Aussagen über Organgröße, Gewebsstruktur und diffuse oder lokale Veränderungen wie Leberverfettung oder Gallensteine. Benötigt man eine Gewebeprobe (z.B. bei dem Verdacht auf einen Tumor oder zur Einschätzung der Bindgewebsveränderung), lässt sich bei der Leberpunktion unter Ultraschallkontrolle die entsprechende Stelle gezielt ansteuern und kontrollieren. Mit einer Zusatzeinrichtung kann man mittels Doppler- und Duplexsonographie den Blutstrom farbig sichtbar und hörbar machen und so die Gefäße beurteilen und Verschlüsse oder Krampfadern erkennen. Andere bildgebende Verfahren sind meist spezielleren Problemen vorbehalten:
- Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT): In Zweifelsfällen oder bei schwierigen Fragestellungen können diese Untersuchungen die Sonographie ergänzen. Auch Verletzungen z.B. nach einem Verkehrsunfall werden mit ihrer Hilfe beurteilt. Besonders bei der Beurteilung von Tumoren und Gallengangsveränderungen spielt das MRT eine wichtige Rolle.
- ERC(P) (Endoskopisch-Retrograde-Cholangio-[Pankreato-]grafie): Mit einem Endoskop lassen sich Gallensteine in den Gallengängen nachweisen und häufig sogar entfernen. Dieses wird – wie bei einer Magenspiegelung – bis in den Zwölffingerdarm vorgeschoben, dann wird Kontrastmittel in die Gallengänge gespritzt und diese werden dann im Röntgenbild beurteilt. Eine endoskopische Untersuchung wird allerdings bei Gerinnungsstörungen wegen der Blutungsgefahr in der Regel nicht durchgeführt.
Buchtipp:
Christian Müller, Gert Baumgart: Lebererkrankungen. (Verlagshaus der Arzte, 2007, ISBN 3902552115)
Erwin Kuntz: Brennpunkt Leber. (Hädecke, 2002, ISBN 377500369X)
Autor/Quelle: Dagmar Reiche

