Untersuchungen von Muskeln und Knochen: Funktionstests und bildgebende Verfahren

Funktionstests
Das Prüfen der Muskel- und Gelenkfunktion spielt in der Orthopädie eine große Rolle. Dazu werden Bewegungsumfang, Muskelspannung und Kraft beurteilt. Untersucht werden Wirbelsäule und Rumpf, Schulter, Ellenbogen, Hand und Finger, Ellbogen, Hüfte, Knie und Füße. Es existieren zahlreiche verschiedene Tests und der Untersucher wird nicht jedes Mal alle knapp 50 für das Kniegelenk, 60 für die Wirbelsäule oder 40 für die Schulter durchführen, sondern sich gezielt für diejenigen entscheiden, die bei seiner Verdachtsdiagnose weiterhelfen.
Dazu beugt, streckt und verschiebt der Arzt diese Gelenke am entspannten Patienten in mehrere Richtungen und drückt an verschiedenen Punkten. Daneben muss sich der Patient aktiv bewegen (z.B. sich nach vorn beugen zum Bewerten der Wirbelsäulenbeweglichkeit) und Muskeln in verschiedenen Körperregionen gegen den Widerstand des Untersuchers anspannen.
Bildgebende und andere Verfahren
Knochen lassen sich besonders gut durch klassische Röntgenuntersuchungen darstellen. So zeigen sich z.B. Knochenbrüche, Wirbelsäulenveränderungen und Entzündungsherde. Genauere Details vor allem auch der Bandscheibe liefert die Computertomografie (CT).
Muskeln und Weichteile sowie Gelenke lassen sich dagegen gut mit Ultraschall beurteilen und so z.B. Schleimbeutelentzündungen, Gelenkergüsse und Muskelverletzungen erkennen. Auch die Magnetresonanztomographie ist geeignet, Knochen, Gelenke, Weichteile und Bandscheiben zu beurteilen. Sie gewährt einen besonders guten Einblick ins Knochenmark und ist – da sie keine Strahlenbelastung aufweist – besonders gut für Kinder und Jugendliche geeignet. Bei der Osteodensitometrie wird die Knochendichte gemessen. Sie kommt deshalb vor allem bei Osteoporoseverdacht zum Einsatz.
Entzündungen und Tumoren lassen sich mit der Skelettszinzigrafie früher als mit dem konventionellen Röntgen erkennen. Zudem lassen sich sämtliche Knochen auf einmal untersuchen. Dazu wird eine radioaktiv markierte Substanz gespritzt und mit einer speziellen Kamera beobachtet, wie diese in den Knochen aufgenommen wird: je stärker die Durchblutung (z.B. in einem Geschwulst), desto höher die Anreicherung. Um direkt ins Gelenk blicken, eine Gewebeprobe entnehmen und ggf. auch therapeutisch tätig werden zu können, eignet sich die Gelenkspiegelung (Arthroskopie).
Autor/Quelle: Dagmar Reiche

