Gesundheitscheck

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© istockphoto.com, Daniel Laflor

Wir können einiges dafür tun, lange gesund und fit zu bleiben. Im Alltag ist das oft nicht einfach: Stress zehrt an den Nerven, Zeitmangel durchkreuzt die Pläne für gesunde Ernährung, der Schreibtisch hindert uns an ausreichender Bewegung. Doch auch bei gesunder Lebensweise kann es zu Erkrankungen kommen. Ein Grund mehr, sich regelmäßig einem Gesundheitscheck zu unterziehen.

Übersicht

Obwohl unter gewissen Voraussetzungen sogar die Krankenkassen die Kosten für einen Gesundheits-Checkup übernehmen, sind wir eher Vorsorgemuffel. Dabei lassen sich mit den Untersuchungen der Gesundheitsvorsorge viele Erkrankungen frühzeitig erkennen. Findige Anbieter haben sich zu Nutze gemacht, dass wir zunehmend unter Stress stehen und wenig Zeit haben, auf der anderen Seite damit aber auch das Risiko für bestimmte Krankheiten wächst – und die Angst davor. Solche Privatkliniken verbinden entweder das Angebot für einen umfassenden Gesundheitscheck mit einem Wellness-Aufenthalt oder bieten die „Management-Checkup-Lösung“ an, bei der in wenigen Stunden das gesamte Vorsorgeprogramm – quer durch verschiedene ärztliche Disziplinen – durchgezogen wird. Doch auch der niedergelassene Arzt kann Untersuchungen zur Gesundheitsvorsorge durchführen oder verordnen – eine Variante, die ab dem 35. Lebensjahr alle 2 Jahre sogar von den Kassen übernommen wird, aber evtl. etwas längere Wartezeiten abverlangt. Zudem werden dabei nur Basiswerte erhoben; wer mehr wissen will, muss doch wieder ins eigene Portemonnaie greifen.

Der Basis-Gesundheitscheck

Wie bei jeder ärztlichen Untersuchung gehören auch hier ein Gespräch mit Erhebung von Vorerkrankungen, Risikofaktoren und Familiengeschichten sowie eine Ganzkörperuntersuchung zum Programm. Dazu wird Blut abgenommen und – ebenso wie der Urin – im Labor untersucht. Zudem werden der Blutdruck gemessen und eine Ruhe-EKG geschrieben. Dieser – von den Kassen bezahlte – Basis-Check-up gibt Aufschluss über den Gesundheitszustand vor allem bezüglich des Herz-Kreislauf-Systems und der Nieren sowie darüber, ob eine Zuckerkrankheit vorliegt. Oft wird dieser Check-up mit – je nach Alter unterschiedlichen – Krebsvorsorgeuntersuchungen zur Erkennung von Krebs gekoppelt. So wird beispielsweise nach Blut im Stuhl gefahndet und bei Männern evtl. zusätzlich der PSA-Wert bestimmt. Ist dieses „prostataspezifische Antigen“ erhöht, kann das ein Hinweis auf eine krankhafte Veränderung der Vorsteherdrüse sein – die durch eine Ultraschalluntersuchung näher beleuchtet werden kann.

Der umfassende Gesundheitscheck

Weitere Untersuchungen müssen – wenn sie nicht durch eine Verdachtsdiagnose begründet sind – aus der eigenen Tasche bezahlt werden. Zur Beurteilung der Herz-Kreislauf-Situation wird ein EKG unter Belastung durchgeführt, meist auf einem Fahrradergometer. Bei Menschen (meist) ab dem 50. Lebensjahr wird in der Regel auch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens durchgeführt (Echokardiographie), ergänzt durch einen Ultraschall (Duplex) der Hirngefäße.

Die Funktion der Lunge wird mittels einer Spirometrie geprüft, die Bauchorgane werden mit Ultraschall durchgecheckt. Bei Menschen etwa ab 50 steigt das Risiko für Darmkrebs, weshalb eine Dickdarmspiegelung (Sigmoidoskopie) angebracht ist (und im Rahmen der Krebsvorsorge auch ab dem 55. Lebensjahr alle 10 Jahre von der Krankenkasse bezahlt wird). Manche Anbieter empfehlen bei Patienten über 55 sogar eine Spiegelung des gesamten Dickdarms (Koloskopie) – wozu wegen der erforderlichen Darmreinigung allerdings ein weiterer Untersuchungstag eingeplant werden muss.

Oft wird beim Check-up auch eine Prüfung von Augen und Ohren befürwortet: Beim Hörtest (Audiometrie) können erste Hinweise auf eine Altersschwerhörigkeit entdeckt werden. Bei der Spiegelung des Augenhintergrundes lassen sich Gefäßveränderungen entdecken, die zum Beispiel auf einen Bluthochdruck oder eine Zuckerkrankheit hinweisen, aber auch über den allgemeinen Gefäßstatus Aufschluss geben. Augenärzte empfehlen zudem eine Messung des Augeninnendrucks.

Für Frauen wird meist auch eine gynäkologische Untersuchung angeboten, die einen Abstrich, eine Ultraschalluntersuchung der Geschlechtsorgane und evtl. eine Untersuchung der Brust mittels Mammographie und Ultraschall umfasst. Sie bietet allerdings keinen Mehrwert zur üblichen Krebsvorsorge in der Frauenarztpraxis – außer dass sie an Ort und Stelle gleich „miterledigt“ werden kann. Immer sollte sich ein ärztliches Gespräch anschließen, bei dem die Befunde und Konsequenzen besprochen werden. Im besten Fall wird der Arzt den Betroffenen beraten und ihm mit konkreten Tipps dabei zu helfen, sich gesünder zu ernähren, mehr zu bewegen und entspannter zu arbeiten.