Immun: Nach der Geburt
Nach der Geburt
Nach der Geburt nimmt das Kind weitere Antikörper durch die Muttermilch auf. Besonders die erste Milch (Kolostrum) ist sehr reich an Immunglobulin A (IgA). Diese Immunglobuline bleiben lange im Darm des Säuglings stabil und schützen ihn vor Darminfektionen. Andere Immunglobulintypen sind in deutlich geringeren Mengen in der Muttermilch vorhanden und werden außerdem im Darm abgebaut, so dass sie keinen Schutz vor Infektionen bieten können. Die von der Mutter übertragenen Antikörper werden ebenfalls im Laufe der Zeit abgebaut. Ein Tiefpunkt wird im sechsten Lebensmonat erreicht. Danach bildet das Kind zunehmend eigene Antikörper gegen die Keime, mit denen es in Kontakt kommt.
Und später…
Wenn der mütterliche Schutz nachlässt, häufen sich die Infekte, vor allem solche der oberen und unteren Atemwege. Aber auch immer wiederkehrende fieberhafte Infekte, oft ohne erkennbare Ursache, sind nicht selten.
Bis zu zwölf solcher "banalen" Infekte im Jahr sind normal. Tatsächlich liegen nur in sehr seltenen Fällen Immunstörungen vor. Wenn das Kind chronisch krank ist, schlecht gedeiht, ungewöhnliche Infekte mit schweren Verläufen wiederholt auftreten und diese auch schlecht zu behandeln sind, bedarf das natürlich einer Abklärung. Sollte die Immunabwehr tatsächlich durch einen genetischen Fehler oder eine andere Ursache geschädigt sein, bietet rechtzeitiges Erkennen die Möglichkeit zur Therapie. Bei einigen Immundefekten kann dem Patienten relativ einfach mit Immunglobulinpräparaten, die große Mengen an Antikörpern enthalten, geholfen werden.
Autor/Quelle: dgk

