Keine Gartenarbeit ohne Tetanusimpfung

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Die Arbeit im Garten macht Spaß und ist gesund. Doch sie birgt durchaus Risiken: schnell bohrt sich ein Dorn oder Holzsplitter durch die Haut. Oder die Gartengeräte liegen als Stolperfalle im Weg und führen zu Schürfwunden. Gefährlich wird solch eine banale Verletzung dann, wenn der Tetanusschutz nicht ausreicht.

Die Tetanuserreger kommen auf der ganzen Welt vor. Ihre Dauerformen (Sporen) finden sich in der im Wasser, in der Erde, im Straßenstaub. Infektionen sind zwar selten, aber gefährlich. In Deutschland erkranken heute dank der gut verträglichen Impfung weniger als 35 Menschen jährlich an Wundstarrkrampf, bei bis zu 10% davon ist der Verlauf allerdings nach wie vor tödlich. So starb eine 86-Jährige, die für ihr Leben gern in ihrem Garten werkelte, nach einer eigentlich leichten Verletzung an Wundstarrkrampf. Sie war im Garten gestürzt und hatte sich Schürfwunden an der Lippe und am Unterarm zugezogen. Trotz Drängen des Sohnes, einen Arzt zu konsultieren, verließ sich die alte Dame auf ihre Selbstheilungskräfte – so wie sie es in ihrem langen Leben bisher immer getan hatte. Doch diesmal genügten diese nicht. Die Wunde heilte zwar äußerlich komplikationslos ab, doch der Impfschutz der rüstigen alten Dame gegen Tetanus reichte nicht aus. Und so konnten sich in der Verletzung unbemerkt Clostridien, die gefährlichen Erreger des Wundstarrkrampfes, einnisten – mit tödlichen Folgen.

Wundstarrkrampf

Bei der bislang körperlich und geistig gesunden Frau traten plötzlich Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und Reizbarkeit sowie Sprech- und Schluckstörungen auf. Das Öffnen des Mundes war schwierig, Essen und Trinken nur noch sehr eingeschränkt möglich. Die Diagnose "Tetanus“ war aus ärztlicher Sicht eindeutig. Nach der Klinikeinweisung wurde deshalb sofort die Therapie mit Tetanus-Antitoxin gegen die Bakteriengifte und Antibiotika gegen die Erreger begonnen und die Patientin intensivmedizinisch überwacht. Die Muskelkrämpfe nahmen dennoch zu, die Atmung war erschwert – die Patientin musste künstlich beatmet werden. Unter der extremen Belastung durch die Infektion stellten sich massive Herz-Kreislauf-Probleme ein und die Frau erlitt am nächsten Tag zusätzlich einen Herzinfarkt. Bald darauf starb sie trotz intensiver Therapie an Atmungs- und Kreislaufversagen.

Auffrischimpfungen nicht vergessen!

Gerade ältere Menschen vernachlässigen die notwendigen Auffrischimpfungen gegen Tetanus – wer denkt schon daran, alle 10 Jahre seinen Impfschutz zu aktualisieren? Doch auch ohne effektiven Impfschutz hätte die Frau in diesem Fall vor Erkrankung und Tod gerettet werden können: Wäre sie dem Rat ihres Sohnes gefolgt, sofort einen Arzt aufzusuchen, hätte dieser ihr Tetanusimmunglobulin und gleichzeitig eine Impfung gegeben. Vergeht aber nach der Infektion zu viel Zeit, in der sich die Bakterien vermehren und ihre Giftstoffe sich im Körper ausbreiten können, kommt die Behandlung zu spät.

Impfschema für Tetanus

Die erste Tetanusimpfung (Kombinationsimpfung gegen Wundstarrkrampf, Diphtherie und Keuchhusten) erhalten Säuglinge ab dem 3. Lebensmonat, die Grundimmunisierung ist Mitte des zweiten Lebensjahrs abgeschlossen. Die erste Auffrischung bekommen Kinder ab dem sechsten Lebensjahr (Kombinationsimpfung gegen Wundstarrkrampf und Diphtherie), die nächste folgt im Alter zwischen 11 und 15 Jahren (Kombinationsimpfung gegen Wundstarrkrampf und Diphtherie). Erwachsene sollten alle zehn Jahre eine Impfdosis erhalten. Diese Zehn-Jahres Regel gilt bis ins hohe Alter!