Sport und gesunde Ernährung können das Darmkrebsrisiko verringern

Den Darmkrebsmonat März stellt die Felix Burda Stiftung in das Zeichen einer gesunden Lebensweise. Denn aktives Vorbeugen vermindert nachweislich das Darmkrebsrisiko.
Nunmehr jeder Dritte wird im Laufe seines Lebens mit der Diagnose Krebs konfrontiert. Jedoch kann die Gefahr, daran zu erkranken, durch gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung deutlich reduziert werden. Das gilt insbesondere für Darmkrebs. Für die Primärprävention von Tumoren besitzen körperliche Aktivität und Sport einen hohen Stellenwert.

Vor allem das Risiko für ein Kolonkarzinom sinkt bei regelmäßiger sportlicher Aktivität um etwa ein Fünftel, wie eine Metaanalyse von insgesamt 19 Kohortenstudien zeigt, die in der amerikanischen Fachzeitschrift Colorectal Disease veröffentlicht wurde. Einer weiteren Übersichtsarbeit zufolge sinkt das Erkrankungsrisiko für eine sportliche Person um bis zu 50 Prozent. Ebenfalls belegt werden konnte dies anhand einer Metaanalyse der Sporthochschule Köln. Als eine mögliche Ursache für diesen Effekt wird die reduzierte Verweildauer der Nahrung im Darm diskutiert, was die Kontaktzeit mit potenziell karzinogenen Substanzen verkürzt. Regelmäßige Bewegung beeinflusst zudem den Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel sowie die Konzentration verschiedener Hormone und Botenstoffe, die mit der Entartung von Zellen in Zusammenhang gebracht werden. Zugleich fördert körperliche Aktivität das Immunsystem und trägt zum psychischen Wohlbefinden bei. Zusätzlich hilft der erhöhte Energieverbrauch bei körperlicher Aktivität, Übergewicht abzubauen.

Rolle von Übergewicht

Übergewicht, insbesondere mit Fettansammlungen im Bauchbereich, gilt als hinreichend gesicherter Risikofaktor für eine Darmkrebserkrankung. Rund elf Prozent aller DarmkrebsfäIle werden darauf zurückgeführt. Wissenschaftler des deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam konnten einen Zusammenhang zwischen dem Verhältnis von Taillen-zu-Hüftumfang und dem Darmkrebsrisiko nachweisen. Ähnlich dem Body Mass Index (BMI) ist auch ein erhöhter Wert dieser "Waist-to-Hip-Ratio" (kurz: WHR) ein Zeichen von Übergewicht, insbesondere für Fettansammlungen am Bauch. Ein WHR über Null bedeutet, dass der Bauchumfang den Umfang an der Hüfte übertrifft. Bei Männern wie bei Frauen steigt das Darmkrebsrisiko vom kleinsten zum größten WHR um 50 Prozent an. Eine übermäßige Kalorienzufuhr über die Nahrung wirkt sich demnach indirekt durch das Übergewicht negativ auf das Darmkrebsrisiko aus.

Essgewohnheiten unter der Lupe

Auch anhand der europaweiten EPIC-Studie mit knapp 500.000 Teilnehmern aus zehn verschiedenen Ländern konnte gezeigt werden, dass sich einige Essgewohnheiten direkt auf das Darmkrebsrisiko auswirken. Ein hoher Verzehr von verarbeiteten Fleischwaren (z.B. Wurst) bedeutet ein fast 50 Prozent erhöhtes Risiko für Darmkrebs. Bei unverarbeitetem "rotem" Fleisch, also Fleisch vom Rind, Schwein, Schaf oder Wild ist dieser Effekt etwas geringer: Der Verzehr von bis zu 70 Gramm rotem Fleisch pro Woche scheint noch keinen Einfluss auf das Darmkrebsrisiko zu haben. Steigt der Verzehr jedoch um 100 Gramm pro Tag an, erhöht sich das Darmkrebsrisiko um etwa 17 Prozent. Geflügelfleisch oder Fisch haben keinen negativen Einfluss auf ein Darmkrebsrisiko. Ein häufiger Fischkonsum, so die Ergebnisse der EPIC-Studie, kann das Erkrankungsrisiko sogar vermindern. Die Frage, welche Inhaltstoffe konkret im Fleisch eine schädigende Wirkung hervorrufen, wird in der Fachwelt nach wie vor kontrovers diskutiert.

Wichtiger Auslöser kann die Art der Zubereitung sein, aber auch der relativ hohe Eisengehalt, der in Verbindung mit Nitrat-Verbindungen aus dem Fleisch die Zellteilungsrate in der obersten Zellschicht des Darmes steigern und damit die Entstehung von entarteten Zellen begünstigen könnte. Fisch dagegen schützt vor Krebs möglicherweise aufgrund des hohen Gehaltes an langkettigen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren. Obst und Gemüse in der Nahrung beliefern uns mit wichtigen Inhaltsstoffen, die auch krebsvorbeugende Wirkung besitzen. Gemeint sind neben Vitaminen und Mineralstoffen auch die sekundären Pflanzenstoffe wie Polyphenole oder Carotinoide, die im Körper Sauerstoffradikale abfangen, entzündliche Prozesse unterdrücken und so vor Zellschädigungen schützen. Flavonoide, die u.a. in Äpfeln enthalten sind, unterstützen vergangenen Untersuchungen zufolge die Darmzellen sowohl beim Abbau als auch bei der Abwehr von toxischen Substanzen. Aus Beobachtungsstudien lernte man, dass auch die Folsäure das Darmkrebsrisiko vermindern kann. Eine langjährige Einnahme eines Folsäure-haltigen Multivitaminpräparates bewirkte ein vermindertes Erkrankungsrisiko. Davon ist jedoch keine allgemeine Empfehlung zur Nahrungsergänzung abzuleiten.

 
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