Bewegung – wichtiger Schutzfaktor für unsere Gesundheit

Seniorinnen beim Sport im Badeanzug

Was ist wichtig, um gesund zu bleiben? Danach wurden jüngst 30.000 Erwerbstätige in einer Studie gefragt. „Viel Bewegung" war eine der vier häufigsten Antworten. Weitere Spitzenplätze in der Rangliste besetzten Empfehlungen wie "genügend Schlaf", "ausgewogene Ernährung" und "eigene Zufriedenheit".

Langes Sitzen schadet der Gesundheit

Dass Bewegung die Gesundheit stärkt, ist offensichtlich bekannt. Es wird nur nicht danach gehandelt. Lediglich 13 Prozent der Bevölkerung hält sich körperlich fit und trainiert mindestens drei Mal in der Woche eine halbe Stunde lang.

Die Mehrheit der Deutschen sitzt sich durchs Leben – vor dem Fernseher, am Computer, am Kaffeetisch. Frauen verbringen pro Tag etwa 6,7 Stunden und Männer 7,1 Stunden im Sitzen. Die Menschen sind zu Dauersitzern geworden.

Bewegung – Schutzfaktor für Gesundheit

Ausreichend Bewegung zählt neben der ausgewogenen Ernährung, gelungener Stressbewältigung und dem verantwortungsbewussten Umgang mit Tabak und Alkohol zu den besten Schutzfaktoren für unsere Gesundheit. Unser Gehirn und unser Herz werden besser durchblutet, wenn wir zwischendurch mal die Muskeln spielen lassen. Wir lernen dann besser und können uns einfacher konzentrieren.

Dass körperliche Aktivität das Risiko senkt, an koronaren Herzerkrankungen zu leiden, ist wissenschaftlich vielfach belegt. Doch nicht nur das. Körperliche Aktivität reduziert erwiesenermaßen auch das Risiko, an Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Knochenschwund, Gelenkverschleiß, Adipositas oder Rückenschmerzen zu erkranken. Moderates Ausdauertraining stärkt zudem das eigene Immunsystem und hebt merklich die Laune.

Ein weiterer positiver Aspekt des Sporttreibens: Wer sich gemeinsam mit anderen oder in einem Verein sportlich betätigt, verfügt auch eher über ein soziales Netzwerk und beugt zusätzlich der Vereinsamung und Isolierung vor. Regelmäßige Bewegung ist gesundheitliche Vorsorge im besten Sinne und stärkt in vielerlei Hinsicht die eigene Gesundheit.

Bewegung – der Einstieg in ein aktives Leben

Mehr Bewegung in seinen Alltag zu integrieren bedeutet nicht, von heute auf morgen Leistungssport zu betreiben. Das fordert unser Körper gar nicht, um gesund zu bleiben. Vielmehr freut er sich über jede kleine Aktivität, die wir ihm im Alltag gönnen.

Egal ob wir Spazieren gehen oder Fahrrad fahren, ob wir Staub saugen oder ein Regal aufbauen – unsere Muskulatur kommt damit in Schwung und auch unsere Organe werden gestärkt. Gerade einzelne kleine Aktivitäten summieren sich und entfalten eine schützende Wirkung. Die Sportmedizin empfiehlt deshalb, zum Einstieg in ein aktives Leben mehrere kleine Bewegungsphasen über den Tag zu verteilen.

Bewegung – eine Frage der richtigen Dosis

Optimal ist es, wenn wir uns jede Woche so viel bewegen, dass wir etwa 2.000 bis 3.000 Kilokalorien verbrauchen. Wer allein schon jede Chance auf Bewegung im Alltag nutzt, kann bis zu 1.200 Kilokalorien zusätzlich in der Woche verbrennen. Wer dann noch jeden zweiten Tag eine halbe Stunde zügig spazieren geht, schafft es schließlich ohne Probleme, den Energieumsatz zu steigern.

Die gute Nachricht: Es ist gesundheitsförderlich, sich dabei nur leicht oder mittelmäßig zu belasten. Eine hohe Trainingsintensität bringt nämlich keinen zusätzlichen Effekt.

3.000 Schritte extra

Die Kampagne "Bewegung und Gesundheit" des Bundesministeriums für Gesundheit will Menschen in Deutschland motivieren, sich mehr zu bewegen. Zentrales Instrument der Kampagne ist der Schrittzähler. Bei den zahlreichen Veranstaltungen wird ein kostenloser Schrittzähler verteilt. Das Gerät ist etwa so groß und leicht wie eine Streichholzschachtel. Es wird am Hosenbund oder Gürtel befestigt und zählt so jede Bewegung.

Der Schrittzähler als Motivation:
Die Idee, mit dem Schrittzähler das tägliche Bewegungspensum genau zu erfassen, ist nicht neu, aber ebenso einfach wie wirksam. Der Besitzer oder die Besitzerin kann sich dabei jederzeit mit einem Blick über seine gelaufenen Schritte informieren. Diese Möglichkeit macht den Schrittzähler zu einem hervorragenden Motivationsinstrument: Er verschafft auch eher unsportlichen Zeitgenossinnen und -genossen ihre persönlichen Erfolgserlebnisse.

Wer darüber hinaus andere im Freundes-, Familien- oder Kollegenkreis animieren kann, kann zusätzlich "Schrittzählwettbewerbe" initiieren. Darum nutzt das Bundesministerium für Gesundheit einen Schrittzähler für die Kampagne "Bewegung und Gesundheit". Ob auf der Arbeit, in der Schule oder im Urlaub, auf einen Blick sieht jede und jeder, wie viele Schritte bereits gegangen wurden. Jeden Tag 3.000 Schritte extra sind ein guter Anfang.

Wer gehen will, kann einfach loslaufen

Gehen ist die ursprünglichste und natürlichste Art der Fortbewegung. Weite Strecken zu Fuß zurückzulegen gehörte über Jahrtausende hinweg zum Alltag des Menschen.

Mittlerweile ist das Zufußgehen aus der Mode gekommen. Zu Unrecht. Denn es ist die einfachste aller Fortbewegungen. Wer geht, muss sich nicht anstrengen. Es passiert einfach wie das Atmen. Wer gehen will, kann einfach loslegen.

Ein paar Schritte zu Fuß lassen sich im Alltag immer einbauen. Zum Beispiel: Die U-Bahn-Stationen in Berlin liegen im Durchschnitt 790 Meter weit auseinander. Wer mal eine Station später einsteigt, macht – bei einer Schrittlänge von 80 Zentimetern – ganz einfach 987 Schritte zusätzlich.