Immer mehr Patienten tragen importierten Zahnersatz

Dentaltourismus ins Ausland nur "Randerscheinung"

Immer mehr Patienten tragen im Ausland hergestellten Zahnersatz. Mittlerweile wird in Deutschland in etwa jedem zehnten Fall importierter Zahnersatz verwendet, wie eine in Berlin veröffentlichte Studie der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) zeigt. In den nächsten Jahren sei mit einer steigenden Tendenz zu rechnen. Von den befragten Patienten gaben demnach 2,3 Prozent an, im Ausland hergestellten Zahnersatz zu tragen.

Es gebe beim Import von Zahnersatz einen "dynamisch wachsenden, aber noch immer begrenzten Markt", erklärte KZBV-Vorstandschef Jürgen Fedderwitz. Etwa in jedem zweiten Fall stammt der importierte Zahnersatz demnach aus China (53 Prozent), gefolgt von der Türkei (14 Prozent) und den Philippinen (acht Prozent). Für die Patienten sind laut Studie aber nicht nur die niedrigeren Preise ausschlaggebend. Die Qualität und auch das Vertrauensverhältnis zum eigenen Zahnarzt spiele für die meisten Befragten eine wichtigere Rolle als die Kostenersparnis.

Auch die Zahl der sogenannten Dentaltouristen, die sich in anderen Ländern ihr Gebiss richten lassen, ist laut der Studie nach wie vor relativ gering. Nur etwa einer von hundert befragten Versicherten ist bislang für eine prothetische Versorgung selbst ins Ausland gefahren. Der Dentaltourismus sei immer noch "eine Randerscheinung", erklärte David Klingenberger vom Institut der Deutschen Zahnärzte, das die Studie ausführte. Das Marktpotenzial für die Zahnersatzversorgung im Ausland und auch den nach Deutschland importierten Zahnersatz sei jedoch deutlich höher einzuschätzen. So habe jeder siebte Befragte zwischen 30 und 75 Jahren grundsätzlich schon einmal erwogen, sich ausländischen Zahnersatz einsetzen zu lassen.

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