Ärzte warnen vor Lücken bei Versorgung von Behinderten

Experte: Spezielle Fachkenntnisse fehlen häufig

Ärzte haben vor Lücken bei der Gesundheitsversorgung behinderter Menschen gewarnt. Besonders beim Übergang vom Kinder- und Jugendarzt in die Erwachsenenmedizin gebe es ein beträchtliches Defizit, erklärte Peter Martin, Chefarzt einer Klinik für Menschen mit schwerer geistiger Behinderung, auf einem Forum der Bundesärztekammer. Die Anforderungen an die Versorgung Behinderter spielten im Medizinstudium und bei der Weiterbildung nur eine untergeordnete Rolle.

Bei Erwachsenen geht eine geistige oder mehrfache Behinderung oftmals auf eine seltene Erkrankung zurück. Dafür sind laut Martin spezielle Fachkenntnisse nötig. Der Deutsche Ärztetag hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach auf die Defizite in der Versorgung von Menschen mit Behinderungen hingewiesen. Diese Forderungen seien unverändert aktuell, erklärte Gerd Freytag, Facharzt für Innere Medizin aus Hamburg auf dem Forum. Nach wie vor fehle aber ein "politischer Aktionsplan". Dazu gehöre auch eine angemessene Vergütung der medizinischen Leistungen.