Unfallchirurgen raten bei Glatteis zum Pinguin-Gang

Schwerpunkt nach vorn verlagern und in kleinen Schritten laufen

Watscheln wie ein Pinguin - dazu raten Unfallchirurgen bei Glatteis. Um Stürze zu verhindern, sollten sich Fußgänger "äußerst langsam und mit kleinen Schritten" über den Boden schieben, teilte die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) am Mittwoch in Berlin mit.

Beim Pinguin-Gang wird der Körperschwerpunkt demnach auf das vordere, also auftretende Bein verlagert. Der Fuß setzt jeweils mit ganzer Sohle auf und zeigt leicht nach außen. Das belastete Bein steht damit im rechten Winkel zum Boden. Die leicht nach vorn geneigte Körperhaltung sorgt so für mehr Stabilität. Damit sinkt laut DGOU die Gefahr, auf spiegelglattem Untergrund das Gleichgewicht zu verlieren und zu stürzen.

Bei Schnee und Glätte haben Orthopäden und Unfallchirurgen alle Hände voll zu tun. Sie versorgen Knochenbrüche, Prellungen, Bänderdehnungen und Kopfplatzwunden von Patienten, die auf vereisten oder schneebedeckten Wegen ausrutschen und stürzen. Besonders folgenreich sind Stürze auf den Kopf oder die Hüfte. Dabei kann es zu einem schweren Schädel-Hirn-Trauma oder zu einem Oberschenkelhalsbruch kommen.

Daten aus dem Trauma-Register zeigen demnach, dass die Zahl der Schwerverletzten durch Stürze bei den über 70-Jährigen in den Wintermonaten stark steigt. Experten sehen hier einen unmittelbaren Zusammenhang zu den jährlichen Glatteisunfällen.

Neben dem Pinguin-Gang empfehlen die Mediziner auch Schuh-Spikes, die sich schnell und unkompliziert am Schuh befestigen lassen, oder mindestens Schuhe mit Profil. Wer im Büro elegante Schuhe tragen müsse, sollte diese am besten erst dort wechseln.

Auch vom Radeln bei winterlicher Glätte halten die Chirurgen nicht viel. Ältere Menschen sollten bei starker Glätte möglichst zu Hause bleiben.

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