In Mundhöhle, Schlund, Speiseröhre und Magen-Darm-Trakt wird die Nahrung durchmischt und zerkleinert, der Speisebrei weitertransportiert, die Nährstoffe aufgespalten und ins Blut aufgenommen sowie die Abfallprodukte ausgeschieden. Auf dem Weg vom Mund zum After können viele Störungen diese Funktionen beeinträchtigen. Um sie zu erkennen, gibt es verschiedene diagnostische Möglichkeiten.
Im Verdauungstrakt ist so einiges los: Der Mensch schluckt etwa 25-mal pro Stunde, die zerkleinerten Speisen gelangen nach etwa 30 Sekunden des Kauens in die Speiseröhre und in wenigen Sekunden weiter zum Magen. Dort werden sie durchmischt, verdaut und weiter transportiert – Flüssigkeiten nach wenigen Minuten, Ölsardinen nach über 8 Stunden. Sie gelangen in den Darm, der auseinander gefaltet insgesamt eine Länge von etwa 5 Metern ergibt. Durch große und kleine Ausstülpungen vergrößert sich die Oberfläche des Dünndarms um das 300fache und kann so die verwertbaren Nahrungsbestandteile besonders gut aufnehmen. Im Dickdarm wandeln etwa eine Billion Bakterien von 400 verschiedenen Arten die nicht mehr verwertbaren Nahrungsreste in Kot um und bilden dabei 15 ml Gas pro Stunde (nach Bohnengenuss auch mal das Zehnfache). Dieser kleine Ausschnitt illustriert bereits die Vielfalt der Funktionen und Flexibilität des Verdauungstraktes, zeigt aber auch, dass der Ablauf an vielen Stellen gestört sein kann.
Beschwerden, die besonders auf Störungen im Magen-Darm-Trakt hinweisen, sind Schluckprobleme, Sodbrennen, Mundgeruch, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung und Blähungen, Übelkeit und Erbrechen, Stuhlveränderungen und Gewichtsveränderungen. Gelbsucht und Bauchwassersucht deuten u.a. auf Störungen im Bereich der Leber, Gallenwege oder Bauchspeicheldrüse, deren Sekrete für den Verdauungsvorgang gebraucht werden.
Wie bei allen Krankheiten gilt: Das wichtigste Hilfsmittel ist das Erfragen der Krankengeschichte (Anamnese).
So kann der Arzt die Beschwerden bereits vorsortieren und bei der Diagnostik Schwerpunkte setzen. Besonders hilfreich sind dabei die aktuellen Symptome – wo, wann und wie häufig sie auftreten, was sie bessert oder verschlimmert, von welchen weiteren Beschwerden sie begleitet sind. Daneben wird u.a. nach Ernährungsgewohnheiten, Alkoholkonsum, Stuhlgang und Gewicht gefragt. Auch andere Krankheiten, Operationen und Unfälle, Risikofaktoren und Medikamente, familiäre Krankheiten sowie soziales und berufliches Umfeld sind von Bedeutung.
Quelle:
http://www.gesundheit.de/medizin/untersuchungen/magen-darm/untersuchungen-des-verdauungstraktes