Schön schwitzen in der Sauna

Etwa 30 Millionen Menschen gehen in Deutschland häufig in die Sauna oder ins Dampfbad. Hitzebäder sind im Trend, sie fördern die Gesundheit, Entspannung und eine glattere Haut. „Nie ist eine Frau so schön wie nach der Sauna“ sagt ein finnisches Sprichwort. Und wie bei den meisten Volksweisheiten steckt auch hier viel Wahres darin. Schließlich sieht man nach ein paar Saunagängen automatisch rosig-frisch aus. Dennoch sollte man einige Beauty-Tipps beachten.

Durch Saunieren das Immunsystem stärken

In der wohligen Wärme der Sauna lässt es sich wunderbar abschalten. Während ein feiner Schweißfilm langsam die Haut überzieht, lösen sich Sorgen, Verspannungen und schlechte Laune regelrecht in Luft auf. Körperliche Erholung und psychische Entspannung stehen daher hoch im Kurs, wenn Frauen Gründe nennen, weshalb sie in die Sauna gehen. An dritter Stelle folgt die Hautpflege als Motivation für den Besuch heißer Wellness-Oasen.

Und damit liegen sie genau richtig, schließlich profitiert unser größtes Organ, die Haut, enorm von der Hitze der Saunabäder. Das liegt daran, dass in unserer äußeren Hülle die körpereigene Klimaanlage in Form von Schweißdrüsen sitzt. Und über das einfache physikalische Prinzip „Kühlung durch Verdunstung“ regulieren über zwei Millionen Drüsen unsere Körpertemperatur. Der Wechsel zwischen Hitze und Kälte trainiert unsere Haut und stärkt unser Immunsystem, weil der Körper besser durchblutet wird, und ist sogar gut für die Bronchien, da diese sich bei Hitze etwas weiten.

Saunagänge pflegen die Haut

Doch ein Saunagang bewirkt noch viel mehr. So konnten Wissenschaftler der Hautklinik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena nachweisen, dass regelmäßige Saunagänge die Haut und ihre Schutzfunktionen stärken. Im Rahmen einer Studie von Prof. Joachim Fluhr maßen die Forscher an der Haut von saunierenden Probanden den Gehalt an Feuchtigkeit und Fett, den Verlust von Wasser oder Salz sowie die Durchblutung. Das Ergebnis: Die Haut von Saunabesuchern weist eine bessere Durchblutung auf. Sie haben außerdem einen stabileren Säureschutzmantel, der verhindert, dass Bakterien in die Haut eindringen.

Positiver Nebeneffekt: Saunagänger verlieren beim Schwitzen nicht so viele Mineralstoffe. Regelmäßiges Saunieren erhöht zudem die Wasserspeicherkapazität der Haut – sie wird so langfristig besser durchfeuchtet. Auch die Neubildung von Zellen wird vorangetrieben. Das macht die Dermis, wie die Haut in der Fachsprache genannt wird, weicher und elastischer. Sie wirkt länger jung und glatt, das Hautbild wird verbessert.

Schwitzbäder können Aknehaut besänftigen

Auch bei Hautproblemen wie Akne kann ein Saunagang helfen: Die Wärme und die intensive Schweißproduktion wirken wie eine Tiefenreinigung, überschüssiger Talg in der Haut verflüssigt sich und kann so besser abfließen. Zudem lassen sich Hautunreinheiten und abgestorbene Zellen der oberen Hautschicht besser ablösen. So werden Menschen mit Neigung zu Akne schon nach mehreren Wochen regelmäßigen Saunierens merken, dass sich ihre Haut sichtlich verbessert hat und deutlich reiner geworden ist.

Dazu kommt noch, dass unser Schweiß ein antibiotisches Peptid namens Dermcidin enthält, wie Tübinger Forscher vor ein paar Jahren herausgefunden haben. Und dieses Eiweiß wird offensichtlich ausschließlich von menschlichen Schweißdrüsenzellen produziert und reguliert die natürliche Keimbesiedlung der Dermis. Das schützt sie vor Infektionen und Ekzemen.

Beauty-Tipps für die Sauna

Sie können die Effekte des Saunabadens auf Ihrer Haut mit einem maßgeschneiderten Schönheitsprogramm unterstützen:

  1. Erster Schritt: Duschen Sie und schminken Sie sich ab, bevor Sie die Sauna betreten. So kann der Schweiß besser fließen. Alte Hautschüppchen einfach abrubbeln.
  2. Nach dem ersten Saunagang können Sie den Reinigungseffekt der heißen Dämpfe mit einem Peeling intensivieren. Abreibungen mit Salz sind eine Wohltat für den Körper – raue Stellen an Ellenbogen, Knien oder Fersen lassen sich von der durch die Hitze und Feuchtigkeit „eingeweichten“ Haut besonders gut abrubbeln. Vorsicht: Nicht in jeder öffentlichen Sauna wird so ein Salzpeeling gern gesehen – vor allem, wenn der Boden schwer zu reinigen ist. Alternativ können Sie alte Hautschüppchen mit einem feinen Körperpeeling oder harten Luffaschwamm lösen.
  3. Für den zarten Teint genügt dagegen eine sanfte Gesichtsmassage mit einem weichen Schwamm. Das macht die Haut schön geschmeidig. Ein Peeling würde die dünne Gesichtshaut zu sehr reizen.
  4. Der Saunabesuch ist auch ideal für eine intensive Haarpflege, da sich bei tropischen Temperaturen die äußere Schuppenschicht der Haare öffnet. Ideale Voraussetzung für eine Haarmaske. Deren Wirkstoffe können unter diesen Bedingungen besonders tief in das Haar eindringen. Spülen Sie das Haar nach dem ersten Saunagang ab, drücken Sie die Feuchtigkeit mit dem Handtuch sanft aus dem Haar. Strähnen können Sie mit einem grobzinkigen Kamm vorsichtig entwirren und die Maske dann ins Haar einkneten. Während des zweiten Saunagangs kann sie so prima einziehen und muss anschließend nur mit einem milden Shampoo wieder ausgewaschen werden.
  5. Nährende Gesichtsmasken sind gefragt für die Pflege nach dem letzten Saunagang. Warten Sie, bis Sie im Ruheraum nachgeschwitzt haben, ehe Sie sich dieses Pflegeextra gönnen – die Poren sind jetzt intensiv gereinigt und nehmen bereitwillig ein Plus an Nährstoffen auf.
  6. Ein feines Körperöl ist dann der krönende Abschluss eines jeden Saunabesuchs. So gleichen Sie Fettverluste gut aus und helfen, Feuchtigkeit in der Haut zu speichern. Verbinden Sie das Einölen am besten mit einer kleinen Knetmassage – die schon durch die hohe Temperatur gut durchblutete Haut wird so zusätzlich gestrafft. Und das beugt auch Orangenhaut vor. Der abschließende Blick in den Spiegel wird Ihnen das finnische Sprichwort bestätigen: Saunieren sorgt für eine Top-Ausstrahlung.