Pflegeplan für Sportler: So bleibt die Haut schön und gesund

Regelmäßige körperliche Bewegung und Sport treiben fast 85 Prozent der Deutschen. Fahrradfahren und Schwimmen sind mit 60 bzw. 40 Prozent am beliebtesten. Doch der Sport ist für die Haut mit besonderen Anforderungen verbunden. Deshalb ist eine dermatologisch fundierte Hautpflege besonders wichtig. Lesen Sie dazu unser Experten-Interview mit Professor Dr. med. Eberhard Paul, Leiter der Hautklinik Nürnberg Nord.
Herr Professor Paul, Breitensport nimmt immer mehr zu. Da auch die Ansprüche an die Körperpflege steigen, ist tägliches Haarewaschen fast die Norm. Viele Sportler duschen sogar zweimal täglich. Ist diese "Hygiene" schädlich für die Haut? Was muss beachtet werden, damit die Haut schön und gesund bleibt?
Professor Paul: Durch häufiges Duschen und Waschen wird die Haut sehr beansprucht. Schon der Kontakt mit Wasser alleine trocknet die Haut aus, wobei der austrocknende Effekt umso ausgeprägter ist, je heißer das Wasser ist und je länger es einwirkt. Reinigungsschäden entstehen durch das Herauslösen von Feuchthaltefaktoren aus der Oberhaut. Dies umso mehr, je intensiver Duschgele oder Seifen verwendet werden. Die Duschgele sollten deshalb auf jeden Fall rückfettende Substanzen enthalten. Syndets mit leicht saurem pH-Wert helfen, den Säureschutzmantel auch bei bereits angegriffener Haut zu erhalten.
Es gibt inzwischen viele Duschprodukte, zum Beispiel Duschöle, die neben der Reinigungswirkung die Haut so gut pflegen sollen, dass das Eincremen nach dem Duschen entfallen kann. Ist diese Pflege ausreichend?
Wenn die Haut nach dem Duschen nicht spannt oder rau ist, reichen diese Produkte aus. In der Praxis ist es jedoch häufig so, dass die Haut trotz dieser pflegenden Reinigungsprodukte durch Spannungsgefühl und Rauigkeit signalisiert, dass sie mehr Pflege benötigt. Dies ist auch gut verständlich, da bei Verwendung solcher Kombiprodukte Teile der Pflegesubstanzen wieder von der Haut abgewaschen werden. Ölbäder oder –duschen werden in der Dermatologie als reine Pflegebäder eingesetzt und enthalten dann keine waschaktiven Substanzen.
Es werden Lotionen und Öle für die Ganzkörperpflege angeboten. Ist aus dermatologischer Sicht eines von beiden vorzuziehen?
Sowohl Lotionen als auch Hautöle sind für die Ganzkörperpflege geeignet. Lotionen sind praktisch, wenn es schnell gehen muss, und nach intensivem Sport kann ein Öl besonders angenehm sein. Beanspruchte Muskulatur reagiert dann nämlich im wahrsten Sinne des Wortes "sauer". Bei starker Betätigung kommt es zu minimalen Einrissen der Muskelfasern und die Sauerstoffversorgung des Muskels reicht nicht aus. Die Energie wird auf anderem Wege gewonnen: Dabei entsteht Milchsäure, die zusammen mit minimalen Muskelverletzungen für den Muskelkater verantwortlich gemacht wird. Leistungssportler und deren Trainer wissen schon lange um die gute Wirkung einer Massage nach dem Sport. Dies ist auch Freizeitsportlern zu empfehlen. Da die Massage die Durchblutung anregt und das Öl – auf der feuchten Haut angewandt – die Haut geschmeidig macht und befeuchtet.
Was sollten Sportler bei Deos beachten?
Schweißnasse Haut reagiert empfindlich auf Deodorantien, so dass eine gute Verträglichkeit sehr wichtig ist. Stark wirkende Deos enthalten oft relativ hochdosierte Aluminiumverbindungen, die die Haut reizen können. Eine gut verträgliche und trotzdem wirksame Alternative sind Deos, in denen geringere Dosen von Aluminiumverbindungen mit Wirkstoffen kombiniert sind, die zusätzlich auf die Schweißbildung und gegen die Geruchsentwicklung wirken. Solche Inhaltsstoffe sind zum Beispiel Farnesol und Triethylcitrat.
Welche Gesichtspflege sollten Sportler verwenden?
Da beim Sport die Gesichtshaut stärker durchblutet und warm wird und außerdem mehr Schweiß produziert wird, sollte man auf jeden Fall eine Feuchtigkeitscreme verwenden, die es zulässt, dass der Schweiß abläuft. Bei Hallensportarten ist kein Lichtschutz erforderlich. Wenn man draußen Sport treibt, sollte man darauf achten, dass die Haut sowohl vor Feuchtigkeitsverlust als auch vor der Sonne geschützt wird. Hier ist ein Lichtschutzfaktor 15 auf jeden Fall angebracht. Außerdem sollte die Creme gegen UVA schützen. Der UVA-Schutz sollte mindestens ein Drittel des UVB-Schutzes betragen.
Danke für die aufschlussreichen Informationen, die sicher nicht nur für Sportler interessant sind.
Autor/Quelle: frei HautforschungsInstitut
