Flugreise? Vor dem Start bitte die innere Uhr umstellen!

Fernweh und Reisefieber können im Urlaub schnell geheilt werden. Wer allerdings regelmäßig Medikamente einnimmt, der muss im Urlaub aufpassen. Eine Vielzahl von Medikamenten wie Schilddrüsenhormone, bestimmte Antidepressiva, Medikamente gegen Psychosen, Antihistaminika oder auch Präparate, die Verengungen in den Bronchien lindern, können die Anpassung des Körpers an hohe Temperaturen einschränken.

Wirkungen und Nebenwirkungen

Der Beipackzettel sollte also auf jeden Fall schon mit Beginn der Reiseplanung gelesen werden, denn bei vielen Medikamenten gibt es unterschiedliche Details zu beachten. Kortison etwa schwächt in bestimmten Dosierungen das Immunsystem und macht den Reisenden so anfälliger für Infekte. Patienten, die nach einer Herzoperation oder wegen einer Thrombose ein Blutverdünnungsmittel wie zum Beispiel Marcumar einnehmen, müssen besonders auf ihre Ernährung achten. Dieses Medikament wird durch Vitamin K beeinflusst, das in vielen Obst- und Gemüsesorten enthalten ist und im Urlaub möglicherweise häufiger als sonst gegessen wird.

Riskant sind auch Malariamittel, die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auslösen können. Außerdem hinterlassen viele Medikamente eine so genannte Photosensibilität, also eine höhere Lichtempfindlichkeit. In diesen Fällen muss der Sonnenschutz besonders ernst genommen werden, um schwere Verbrennungen zu vermeiden.

Alle Medikamente müssen vor Hitze und Feuchtigkeit geschützt werden. Einige Bluthochdruckmittel vertragen keine Sonne und müssen konsequent kühl gelagert werden. Sprays und Tropfen können verdunsten und dann deutlich höhere Wirkstoffkonzentrationen im Restbestand aufweisen.

Durchfall- und Brecherkrankungen, die den Wasserhaushalt des Körpers erheblich belasten, können bei Herz- und Blutdruckmittel zu einer Überdosierung führen. Andere Medikamente dagegen werden mit dem wässrigen Stuhl fast komplett ausgeschieden und müssen noch einmal eingenommen werden. Daher sollte Kühlaggregate und eine ausreichende Anzahl von Medikamenten eingeplant werden.

 

Jet-Lag und Medikamente

Gerade Reisen über mehrere Zeitzonen machen unserer inneren Uhr zu schaffen. Der gewohnte Rhythmus von Schlafen und Wachen gerät durcheinander. Einschlaf- und Durchschlafstörungen, Müdigkeit während des Tages und verminderte Leistungsfähigkeit sind die Folge. Dieses Phänomen ist wird mit dem Begriff „Jet-Lag" bezeichnet. Es tritt allerdings nur dann auf, wenn – wie bei Flugreisen – mehrere Zeitzonen schnell überquert werden. Bei Bahn- oder Schiffsreisen hat der Körper mehr Zeit, sich auf die aktuelle Ortszeit einzustellen.

Der Jet-Lag dauert etwa drei Tage, kann aber bei einigen Menschen auch bis zu zwei Wochen dauern. Die Ursache für einen Jet-Lag sehen Reisemediziner in einem Auseinanderlaufen der eigenen, inneren Bio-Rhythmen wie Temperatur und Hormonausschüttung und der äußeren Zeitgeber wie Tag und Nacht. Als Faustregel sollte man zur Eingewöhnung an neue Zeitzonen pro Stunde Zeitverschiebung jeweils einen Tag einrechnen.

 
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