Bewegung im Urlaub

Ausreichende Bewegung zählt neben ausgewogener Ernährung, gelungener Stressbewältigung und verantwortungsbewusstem Umgang mit Tabak und Alkohol zu den besten Schutzfaktoren für unsere Gesundheit. Körperliche Aktivität trägt nicht nur dazu bei, dass insbesondere Gehirn und Herz besser durchblutet werden. Sie kann außerdem das Risiko mindern, an „Zivilisationskrankheiten" wie zum Beispiel Bluthochdruck, Fettleibigkeit, Diabetes mellitus, Osteoporose oder Rückenschmerzen zu erkranken.
Der Einstieg in ein aktives Leben
Mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren bedeutet nicht, Leistungssport zu betreiben. Das braucht unser Körper gar nicht, um gesund zu bleiben. Vielmehr freut er sich über jede kleine Aktivität, die wir ihm im Alltag gönnen. Egal, ob wir spazieren gehen oder Fahrrad fahren – unsere Muskulatur und unser Kreislauf kommen damit in Schwung.
Auch einzelne kleine Aktivitäten summieren sich und fördern die Gesundheit. Sportmedizinerinnen und -mediziner empfehlen deshalb, zum Einstieg in ein aktives Leben mehrere kleine Bewegungsphasen über den Tag zu verteilen.
Eine Frage der richtigen Dosis
Optimal ist, wenn wir uns jede Woche so viel bewegen, dass wir etwa 2.000 bis 3.000 Kilokalorien verbrauchen. Wer allein schon jede Chance auf Bewegung im Alltag nutzt, kann bis zu 1.200 Kilokalorien in der Woche zusätzlich verbrennen. Wer dann noch jeden zweiten Tag eine halbe Stunde zügig spazieren geht, schafft es schließlich ohne Probleme, seinen Energieumsatz zu steigern. Die gute Nachricht: Es ist gesundheitsförderlich, sich dabei nur leicht bis mittelmäßig zu belasten. Eine hohe Trainingsintensität bringt nämlich keinen zusätzlichen Effekt.
Bewegung im Urlaub – ein paar gute Beispiele
Das Gehen ist die natürlichste Art der Fortbewegung. Wer geht, muss sich nicht groß anstrengen. Mit ein paar Schritten zu Fuß tun wir unserem Körper einen großen Gefallen.
Ob jung oder alt, alleine oder in Gesellschaft, zu jeder Zeit und an jedem Ort – ein paar Schritte zu Fuß lassen sich immer und überall einbauen. Man braucht dafür keine teure Sportbekleidung, keinen festen Trainingsplatz und muss auch keine Eintrittsgelder zahlen. Neue Energie lässt sich am besten tanken, wenn wir uns ausreichend an der frischen Luft bewegen. Die Ferienzeit lädt dazu ein, auf diese einfache Weise Körper und Geist zu regenerieren und so die eigene Gesundheit zu stärken. Gerade im Sommer sollten Sie beim Wandern und Spazierengehen an einen ausreichenden Sonnenschutz denken.
Die Bergwelt als Erholungsort
Blühende Almwiesen, schroffe Gipfel, liebliche Täler mit sanft sich schlängelnden Bächen – die Bergwelt war schon immer eine der liebsten Erholungsstätten der Deutschen. Das Wandern war und ist eine der populärsten Freizeitbeschäftigungen. Mehr als 1,3 Millionen Menschen in Deutschland gehören einem Wander-, Gebirgs- oder Alpenverein an. In der Tat stärkt das Wandern unsere Gesundheit ganz besonders. So steigt beim zügigen Gehen der Puls auf mehr als 100 Schläge in der Minute und der Organismus verarbeitet bis zu zehn Mal mehr Sauerstoff als im Ruhezustand.
Umfassendes Netz an Wanderwegen
Wer sich bewegen will, muss nicht gleich in weite Ferne schweifen. Deutschland bietet in jeder Region unzählige Wanderwege. Der Westweg zum Beispiel führt über insgesamt 280 Kilometer von Pforzheim bis nach Basel. Auf dem 85 Kilometer langen Kaiserweg geht man quer durch den Harz. Berlin lässt sich auf dem 385 Kilometer langen 66-Seen-Weg umrunden. Wer das Meer liebt, geht 109 Kilometer in mehreren Etappen vom Nord-Ostsee-Kanal bis nach Kiel. Diese Wege und viele andere mehr laden ein, unterschiedlichste Regionen in Deutschland Schritt für Schritt kennen zu lernen.
Wer unsicher ist, ob ihn längere Tageswanderungen überfordern, kann vielleicht auf einem Barfuß-Pfad die Lust am Gehen entdecken. Etwa 20 solcher Erlebnispfade gibt es bereits in Deutschland. Sie sind meist nur wenige Kilometer lang und laden dazu ein, unterschiedliche Böden – Wiesen, Felsen oder Holzplanken – unter seinen Füßen zu fühlen.
Barfuß gehen im weichen Sandstrand
Ein weicher Sandstrand ist das ideale Gelände, um seinen Füßen freien Lauf zu lassen. Schließlich empfehlen Gesundheitsfachleute immer wieder, so oft wie möglich die Schuhe auszuziehen und barfuß zu gehen. Die Reflexzonen an der Fußsohle werden darüber stimuliert und alle Fußmuskeln trainiert. Die einen erholen sich beim Wandern in Berg und Tal oder beim Spaziergang am Meer. Die anderen wiederum wollen in ihrer Freizeit lieber fremde Städte kennen lernen. Sie müssen dennoch nicht auf die gesundheitliche Effekte des Spazierengehens verzichten. Auch bei einer Städtereise können wir viel für die eigene Gesundheit tun. Die Sehenswürdigkeiten einer Stadt liegen oftmals nur wenige Meter auseinander. Wer durch Straßen, Gassen, Parks oder Brücken zu Fuß schlendert, kann nebenbei noch einen besonders schönen Innenhof, einen lauschigen Platz oder gar eine atemberaubende Aussicht entdecken.
Atemberaubende Aussicht als Belohnung
138 Stufen zählt zum Beispiel die spanische Treppe in Rom. Wer sie im Frühjahr und Sommer hinauf steigt, kann an deren Rand eine wahre Blumenpracht bestaunen. Die wunderbare Aussicht von der Basilika Sacré Coeur belohnt die Besucherinnen und Besucher, die den höchsten Berg von Paris zu Fuß erklimmen. Viele malerische Gassen und Stufen ziehen sich in Athen hinauf bis zur Akropolis. In Barcelona lädt der Park Güell zum Verweilen und Genießen ein, denn die Terrasse im Zentrum des malerischen Parks bietet einen atemberaubenden Blick über die Stadt. Gemächlich lässt sich dagegen London erkunden, zum Beispiel mit einem Spaziergang entlang des Regent‘s Kanal. Auch deutsche Großstädte stellen sich auf den Trend ein, dass Besucherinnen und Besucher die Sehenswürdigkeiten zu Fuß, nicht allein durchs Busfenster besichtigen wollen. Der Berliner Senat zum Beispiel sorgt zusammen mit dem Fachverband Fußverkehr Deutschland (FUSS e.V.) dafür, dass bald ein grünes Wegenetz durch die Hauptstadt führt.
Autor/Quelle: Infobüro Prävention
