Keine Angst vor fremden Speisen!

Wer zwar gerne in den Süden reist, aber lieber weiter nordisch speist, macht vielleicht einen Fehler. Statt Gulasch mit Spätzle sollte man sich im Sommer-Urlaub ruhig einmal den fremden Essgewohnheiten gegenüber aufgeschlossen zeigen. Die Verdauung zum Beispiel könnte davon profitieren.

Sommerzeit ist Reisezeit, und nach wie vor ist der Süden die beliebteste Himmelsrichtung der Deutschen, wenn es um die Wahl des Urlaubsortes geht. Ob Italien oder Frankreich, Spanien oder die Türkei - wenn man faulenzen will, sollte die Luft heiß und ein kühles Meer in erreichbarer Nähe sein. Aber was den Urlaub betrifft, haben die Götter vor das Schwitzen die Arbeit gesetzt.

Urlaubszeit - Verstopfungszeit

Wer die südlichen Gefilde ansteuert, muss sich erst einmal im voll gestopften Wagen über die gleichfalls verstopfte Autobahn quälen - und das oft stundenlang, denn alle haben ja das gleiche Ziel. Aber nicht nur auf den Autobahnen herrscht Stau, auch die Verdauung steht oft still. Im Auto wird meistens jede Menge Junk-Food verputzt. Eis, Schokoriegel, Cola und Sandwiches aus Weißmehl von der Tankstelle sind beliebte Reisebegleiter.

Das ist für die Darmtätigkeit nicht unbedingt förderlich, sondern legt sie im Gegenteil lahm. Irgendwann dann doch am Urlaubsort angekommen, trägt die Orts- und Luftveränderung weiter dazu bei, dass der Darm streikt. Man geht eben am liebsten aufs eigene stille Örtchen, und das vegetative Nervensystem reagiert sensibel auf südländischen Lärm. Viele bemerken erst nach einigen Tagen, dass sie schon länger keinen Stuhlgang mehr hatten. Eine 'Obstipation' ,wie die krankhafte Verstopfung im Fachjargon heißt, hat sich im Darm entwickelt.

Speisekarte schafft Abhilfe

Dabei bietet gerade die Küche der Mittelmeerregion nicht nur Pasta, sondern auch eine Delikatesse, deren Qualitäten schon im Altertum bekannt waren: Die Artischocke. Im antiken Rom war die Artischocke eine kostspielige Spezialität, und auch die alten Ägypter nutzten die Vorzüge der Artischocke - als Verdauungsmittel. Bereits in der Antike war also die verdauungsfördernde Wirkung der Artischocke bekannt und das zu Recht. In der heutigen Zeit ist die Artischocke eine der am besten untersuchten Heilpflanzen. Im Jahre 2003 wurde sie sogar zur Arzneimittelpflanze des Jahres gewählt.

Die Artischocke wirkt:

  • verdauungsfördernd
  • harntreibend
  • cholesterinsenkend
  • leberschützend

Die Artischocke hilft bei:

  • Verdauungsstörungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Völlegefühl
  • Blähungen
  • Übermäßig fettreichem Essen

Der Wirkstoff

  • Kommt in der Frucht nur in geringen Mengen vor
  • Am besten wirksam als Artischockenextrakt

Bitter im Mund - im Magen gesund

Zum Verzehr eignen sich die fleischigen Teile der Hüllblätter sowie die von den Blüten befreiten Böden und die so genannten Artischockenherzen, bei denen es sich um sehr junge und ganz kleine Artischocken handelt. In den Artischockenblättern und -wurzeln sind Bitterstoffe enthalten, welche den speziellen Geschmack der Artischocke ausmachen. Richtig zubereitet aber schmeckt die Artischocke gerade deswegen so köstlich.

Voll konzentriert gegen das Fett

Von den in der Artischocke enthaltenen Bitterstoffen ist die Substanz Cynarin am bedeutsamsten. Die medizinisch wirksamen Stoffe, die Gallenbildung und Gallenfluss fördern, werden aus den Artischockenblättern durch Extraktion herausgelöst und getrocknet. Cynarin kommt in der frischen Frucht nur in geringen Mengen vor, wird aber durch die Extraktion in konzentrierter Form gewonnen.

Mangelhafte Fettverdauung ist das klassische Anwendungsgebiet für Artischockenextrakt. Nach fettreichen Mahlzeiten kann der Extrakt nämlich dazu beitragen, Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen oder krampfartige Schmerzen im Magen-Darm-Trakt lindern.

Hilfe auch für Herz und Leber

Hohe Cholesterinwerte erhöhen das Herzinfarktrisiko. Artischockenextrakt senkt die Cholesterinwerte und damit die Gefahr, einen Herzinfarkt zu erleiden. Eine gestörte Fettverdauung kann die Bildung von Gallensteinen fördern. Artischockenextrakt wirkt diesem Prozess erfolgreich entgegen.

Das beste Rezept für den Urlaub

Beim nächsten Urlaub im Süden sollte man also im Restaurant die Chance nutzen, mit der heilsamen Artischocke Bekanntschaft zu machen. Wer seinen Fettkonsum nicht zügeln kann, sollte zusätzlich auf Artischockenextrakt zurückgreifen. Natürlich aber ist es - nicht nur im Urlaub - immer noch am vernünftigsten, sich gesund zu ernähren und in Maßen Sport zu treiben.

Quelle: Dr. Kaske Redaktionsbüro