Sommerzeit - Reisezeit

Bald ist es wieder soweit. Die Koffer gepackt, der Urlaub lange geplant und die Vorfreude auf ungetrübte Urlaubstage ist auch schon da. Damit Sie Ihren wohlverdienten Urlaub jedoch richtig genießen können, sollten Sie auch an die Vorsorge für Ihre Gesundheit denken. Bei etwa 20-50 % aller Touristen kommt es im Urlaub zu Gesundheitsstörungen. Die häufigsten Erkrankungen sowie die besten Tipps zur Vorbeugung haben wir für Sie zusammengetragen.

Reisedurchfall

Die mit Abstand häufigste Reiseerkrankung ist der Durchfall. "Montezumas Rache" bekommen etwa 50% aller Reisenden, die in warme Länder fliegen zu spüren. Die Ursache dafür sind häufig Erreger, die mit dem Wasser oder ungewaschenen Lebensmitteln übertragen werden. Eine gute Nahrungs- und Trinkwasserhygiene ist deshalb oberstes Gebot. Der alten Seefahrerweisheit gemäß "Boil it, peel it, cook it or forget it" sollten Sie folgende Regeln beachten:

  • Salate, Gemüse und Obst sollten Sie nur essen, wenn sie zu schälen sind.
  • Bestellen Sie Fleisch- oder Fischspeisen immer "gut durch".
  • Wasser abkochen oder desinfizieren.
  • Zum Zähneputzen Mineralwasser aus der Flasche verwenden.
  • Eiswürfel und offenes Speiseeis meiden.

Die wichtigsten Therapiemaßnahmen sind der Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten. Die Reiseapotheke sollte deshalb mit einer Elektrolytlösung und einem Mittel gegen Durchfallerkrankungen ausgestattet sein.
Normalerweise klingt ein Durchfall nach drei bis fünf Tagen wieder ab. Harmlos ist eine Reisediarrhö im Allgemeinen dann, wenn der Stuhl keine Blut- und Schleimbeimengungen enthält und der Betroffene frei ist von Fieber, Erbrechen und Schmerzen. Bei stärkeren oder länger anhaltenden Beschwerden sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden.

Reiseübelkeit

Nicht wenige fürchten gerade den Weg zum Urlaubsort, da sie bis dorthin von Reiseübelkeit geplagt werden. In der Apotheke gibt es eine ganze Palette von Medikamenten, damit auch die An- und Abreise entspannt bleibt. Hier noch einige Tipps, wie man sich am besten verhalten sollte:

  • Schauen Sie immer in Fahrtrichtung und fixieren Sie einen festen Punkt am Horizont.
  • Mit den Fahrtbewegungen mitgehen, nicht dagegen stemmen.
  • Nicht nach unten schauen, nicht lesen oder spielen.
  • Im Auto oder Bus möglichst weit vorne sitzen, auf dem Schiff im mittleren Bereich aufhalten. Im Flugzeug empfiehlt sich ein Gangplatz auf Höhe der Tragflächen.
  • Wen es doch erwischt hat, der sollte sich flach hinlegen, die Beine hochlagern und die Augen schließen.

Magenstörungen

Ungewohnte Nahrungsmittel, größere Mahlzeiten zu später Stunde, ein Zuviel an Alkohol all das kann Ihrem Magen zusetzen. Es kann zu Schmerzen, Übelkeit unter Umständen sogar zu Erbrechen kommen. Ist der Magen "verstimmt" binden Antacida überschüssige Magensäure und lindern auf diese Weise rasch die Beschwerden. Treten Sie zusätzlich mit dem Essen die nächsten ein bis zwei Tage etwas kürzer.

Verstopfung

Die Umstellung auf einen anderen Ort und andere Speisen gehen oft mit einer Verstopfung einher. Der Darm braucht eine gewisse Zeit der Gewöhnung an die neue Umgebung. Achten Sie daher grundsätzlich auf eine ballaststoffreiche Kost mit viel Gemüse, Obst oder Vollkornprodukten und trinken Sie reichlich Flüssigkeit. Helfen diese Maßnahmen nichts, ist gegen die kurzzeitige Einnahme eines Abführmittels nichts einzuwenden.

Flugreise

Eine lange Flugreise ist für unseren Organismus in vieler Hinsicht eine große Belastung. Besonders die Durchblutung in den Beinen wird durch das lange Sitzen gestört. Deshalb sollten Sie unmittelbar vor dem Flug einen kurzen Spaziergang machen und auch während des Fluges immer wieder die Beinmuskulatur bewegen. Wichtig ist auch, den stärkeren Wasserverlust wieder auszugleichen. Trinken Sie deshalb am besten stündlich ein Glas Wasser.

Erkältungskrankheiten

Auch vor Erkältungskrankheiten ist man im Urlaub nicht gefeit. Das Immunsystem ist jetzt besonders belastet und verdient daher Unterstützung. Eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen können den Körper vor Erkrankungen schützen. Pflanzliche Immunstimulantien sind eine sinnvolle Ergänzung auf Reisen in andere Klimazonen und schützen auch vor Erkältungen durch Klimaanlagen. Die Reiseapotheke sollte trotzdem ein Schnupfen-, Halsschmerz- oder Hustenmittel enthalten.

Schmerzen

Auch in der Urlaubszeit wird man nicht immer von Schmerzen verschont, deshalb sollte ein Schmerzmittel immer Bestandteil der Reiseapotheke sein. Längerfristig dürfen Schmerzmittel jedoch nur auf Anraten des Arztes eingenommen werden. Bei starken oder länger anhaltenden Schmerzen sollte auch im Urlaub ein Arzt aufgesucht werden.

Verletzungen

Zur "Ersten Hilfe" im Urlaub sollte die Reiseapotheke folgende Grundausstattung haben:

  • Heftpflaster und Pflasterstrips
  • elastische Mullbinden und sterile Kompressen
  • Sprühverband, Schere, Pinzette Cold Pack, Sportgel
  • Desinfektionsmittel, Wund- und Heilsalbe

Insektenschutz

Der Schutz vor Stichen von Stechmücken und Fliegen hat eine besondere Bedeutung wegen der durch diese Insekten übertragbaren Krankheiten. Die wichtigsten Regeln für einen guten Mückenschutz:

  • Unbedeckte Hautstellen mit insektenabweisenden Mitteln einreiben
  • Hautbedeckende Kleidung tragen
  • In mückensicheren Räumen (Klimaanlage, Fliegengitter) aufhalten
  • Moskitonetze benutzen
  • Aerosole, Verdampfer, Räucherspiralen verwenden.

Sonnenschutz

Im Urlaub macht das "Sonnenbaden" richtig Spaß. Doch gerade ungebräunte, winterweiße Haut muss sich erst langsam an die Sonne gewöhnen. Deshalb ist die richtige Wahl eines Sonnenschutzpräparates mit entsprechendem Lichtschutzfaktor so wichtig. Seine Höhe richtet sich sowohl nach der Strahlungsintensität als auch nach dem Hauttyp.
Tipps für den richtigen Sonnenschutz

  • Benutzen Sie Sonnenschutzmittel, die die Haut sowohl vor UVB- wie vor UVA-Strahlung schützen. Cremen Sie alle unbedeckten Körperstellen mit einem Sonnenschutzmittel (ab Lichtschutzfaktor 20) ein. Mindestens 30 Minuten vor dem Sonnenbad.
  • Steigern Sie die Besonnungszeiten am Anfang nur langsam und minutenweise. Erneuern Sie Ihren Sonnenschutz mehrmals am Tag. Aber Achtung: Nachcremen verlängert nicht die Schutzwirkung.
  • Sparen Sie nicht an der Menge und cremen Sie sich großzügig ein! Für den gesamten Körper sollte etwa 25 ml Sonnenschutzmittel verwendet werden.
  • Tragen Sie in der Sonne immer sonnendichte Kleidung. Und auf jeden Fall eine Kopfbedeckung. Meiden Sie besonders die Sonne von 11 bis 15 Uhr.
  • Schützen Sie sich beim Baden mit T-Shirt und wasserfester Sonnencreme. Und nach dem Baden Nachcremen nicht vergessen!
  • Schützen Sie die Augen durch eine Sonnenbrille mit UV-Filter und möglichst geschlossenen Seiten.
  • Besonders wichtig ist ein ausreichender Sonnenschutz für die "Kleinen". Bis zum Ende des ersten Lebensjahres sollten Sie Ihr Kind überhaupt nicht der direkten Sonne aussetzen. Für Kleinkinder und Kinder gilt: Vor dem Tag im Freien immer ausreichend Sonnenschutzmittel mit hohem Sonnenschutzfaktor großzügig auftragen, ebenso nach jedem Wasserkontakt.

Reiseimpfungen

Welche Impfungen empfehlenswert sind hängt vom Reiseziel ab. Allgemein empfohlen wird die Auffrischung der Standardimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Poliomyelitis.
In Ländern mit einem geringen Hygienestandard sind Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus sinnvoll. Die Erreger werden durch Schmierinfektion, verunreinigtes Trinkwasser und Lebensmittel übertragen. Auch gegen Hepatitis B kann eine Impfung sinnvoll sein. Die Ansteckung erfolgt über Blut- und Schleimhautkontakt.
Bei Reisen in die südliche Hemisphäre in den Monaten April bis Oktober empfiehlt sich eine Grippeschutzimpfung. Für die Tropen und subtropische Gebiete gilt die Impfempfehlung sogar ganzjährig. Auch wenn Senioren eine Kreuzfahrt planen, sollte man an die Grippeschutzimpfung denken.
Von März bis November sind die Zecken aktiv. Bei Reisen in Risikogebiete z. B. nach Osteuropa (hier vor allem Russland, Baltische Staaten sowie die Tschechische Republik) oder Österreich sollte man sich gegen eine FSME-Infektion mit einer vorbeugenden Impfung schützen. Neue FSME-Gebiete sind auch die Südspitze von Norwegen und Dänemark sowie Mittel- und Südschweden. Übrigens: FSME-Erkrankungen verlaufen umso schwerer, je älter die Patienten sind.
Nach wie vor gibt es keinen Impfstoff gegen Malaria. Bei geplanten Reisen in gefährdete Gebiete sollte sich der Urlauber rechtzeitig vor Abreise ein vorbeugendes Mittel verordnen lassen.
Gegen das in Afrika, Süd- und Mittelamerika verbreitete Gelbfieber existiert eine Schutzimpfung. Sie hält sogar zehn Jahre vor. Auch gegen die bakterielle Infektionskrankheit Cholera kann der Arzt vor Reiseantritt impfen, ebenso vor Tollwut, die vor allem in Entwicklungsländern wie Indien nach wie vor jährlich 50.000 Tote fordert.

Hinweise zur Reiseapotheke

Eine Reiseapotheke ist unverzichtbarer Bestandteil der Urlaubsausrüstung. Besonders gilt dies für alle, die an einer chronischen Erkrankung leiden und deshalb im Dauergebrauch Medikamente einnehmen.

  • Nehmen Sie Ihre Medikamente, die Sie im Dauergebrauch nehmen müssen, in ausreichender Menge mit. Bei Mitnahme medizinischer Geräte, wie z. B. Spritzbesteck, Inhaliergeräte, orthopädische Hilfsmittel, Insulinpens u. a. empfiehlt es sich ein offizielles Dokument mitzuführen (durch den Hausarzt ausgestellt und abgestempelt), das in Englisch oder der am Urlaubsort gesprochenen Sprache den Verwendungszweck und die Notwendigkeit des Gerätes für den Fall einer Zollkontrolle deklariert.
  • Fragen Sie auch Ihren Arzt oder Apotheker, ob sich die Medikamente für den Dauergebrauch und die Medikamente der Reiseapotheke vertragen.
  • Reiseapotheke und Medikamente immer im Handgepäck mitnehmen!
  • Reiseapotheke möglichst kühl lagern und direkte Sonnenbestrahlung vermeiden. Medikamente immer kindersicher aufbewahren.
  • Vor Reisebeginn die Reiseapotheke auf verfallene Medikamente überprüfen.

10 "Goldene Regeln" für eine gesunde Reise

  • Guter Mücken- und Insektenschutz
  • Nahrungs- und Trinkwasserhygiene konsequent einhalten
  • Keine ungeschützten Intimkontakte
  • Nicht in tropischen Gewässern baden
  • Nicht barfuss laufen
  • Guter Sonnen- und Hitzeschutz
  • Eine gut ausgestattete Reiseapotheke mitführen
  • Malariaprophylaxe -Tabletten konsequent einnehmen
  • Adresse der Botschaft vor Ort für Notfälle mitnehmen
  • Sich individuell reisemedizinisch beraten lassen und vorbeugende Maßnahmen (z.B. Impfungen) treffen