Autofahren sicherer denn je

Die jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes beweisen: Die Zahl der Verkehrstoten durch Pkws ist allein in den letzten drei Jahren um 25 Prozent zurückgegangen – trotz stetig wachsender Verkehrsdichte. Natürlich spielt die verbesserte sicherheitstechnische Ausstattung der Autos dabei eine Rolle; vor allem aber sprechen diese Daten für ein deutlich stärker ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein der Autofahrer.
Dem Navi-System Auge wird mehr Aufmerksamkeit gewidmet
"Insbesondere ältere Autofahrer, die ohnehin nur seltener in schwere Unfälle verwickelt sind, werden sich zunehmend der Bedeutung ihres Sehvermögens bewusst", beobachtet Dr. Uwe Kraffel, 1. Vorsitzender des Berufsverbands der Augenärzte in seiner Praxis. "Das Sehvermögen und nicht allein die Sehschärfe entscheidet darüber, ob man einer gefährlichen Situation gewachsen ist, sie blitzartig erkennt und sicher reagiert." Die Unterscheidung zwischen Sehvermögen und Sehschärfe ist sehr wichtig, denn eine gute Sehschärfe mit oder ohne Brille reicht zum Lesen, nicht aber zum Autofahren. Als Autofahrer kann man sich also getrost die Zeit für den üblichen "Sehtest" sparen. Das Sehvermögen ist die Gesamtleistung des Sehorgans, also des Auges und der zugehörigen Zentren im Gehirn. Nur die umfassende augenärztliche Untersuchung gibt Aufschluss über Sehen bei Dämmerung und im Dunkeln, Blendempfindlichkeit, Gesichtsfeld, die Zusammenarbeit beider Augen, das Farbensehen und die Fähigkeit, räumlich zu sehen.
Mit dem Tageslicht schwindet die Sehschärfe aber sie gewinnt an Bedeutung
Bei guten Lichtverhältnissen stellt das Autofahren keine besonders hohen Ansprüche an die Sehschärfe. Sie ist hauptsächlich gefordert, wenn es darum geht, richtungweisende Schilder zu lesen. Bei mangelnder Sehschärfe kann es natürlich vorkommen, dass man die Beschriftung nicht rechtzeitig entziffert und die "richtige" Autobahnausfahrt verpasst. In der Dämmerung fällt jedoch die Sehschärfe drastisch ab: ungefähr auf die Hälfte und im Dunkeln muss man sogar mit etwa zehn Prozent seiner "normalen" Tagessehschärfe auskommen.
Dabei steigt nicht nur das Risiko, sich zu verfahren, weil man ein Hinweisschild nicht lesen kann, jetzt besteht die weitaus verhängnisvollere Gefahr, unvorhersehbare Hindernisse zu übersehen oder eine kritische Verkehrssituation nicht rechtzeitig zu erkennen.
Autor/Quelle: Berufsverband der Augenärzte e.V. (BVA)

