Risiko Sekundenschlaf - Ausgeruht starten und gesund ankommen

4 Uhr morgens: Hans W. sitzt seit Stunden im Auto auf dem Weg nach Italien. Er sollte eigentlich mal eine Pause machen, doch er muss um 10 Uhr an der Küste sein. Er fröstelt, gähnt, sein Kopf dröhnt und seine Augenlider sind schwer. Bei der letzten Abfahrt von der Autobahn auf die Landstraße hat er sich verschaltet. Es ist dunkel und schon drei Mal hatte er Schwierigkeiten, seinen Wagen auf der nun schnurgeraden Strecke in der Spur zu halten.
All das sind typische und alarmierende Anzeichen für die Gefahr des Auftretens eines so genannten Sekundenschlafs. Nach Angaben der Deutschen Verkehrswacht (DVW) in Meckenheim bei Bonn ist jeder vierte Verkehrsunfall auf einen Sekundenschlaf zurückzuführen.
Sekundenschlaf – was heißt das?
Unter dem umgangssprachlichen Begriff, der fachlich als Müdigkeitsattacke bezeichnet wird, versteht man ein ungewolltes, oft nur wenige Sekunden dauerndes Einnicken. Dieses Phänomen tritt besonders im Straßenverkehr bei übermäßig langen und monotonen, abwechslungsarmen Fahrten auf.
Besonders gefährdet sind Menschen bei Nachtfahrten zwischen 2 und 5 Uhr. Deutliche Vorboten wie Fahrfehler, schlechtes Spurhalten, unregelmäßige Geschwindigkeit oder häufiges Verschalten sowie das allgemeine Müdigkeitsgefühl sollten nicht unterschätzt werden.
Andere Ursachen
Derartige Müdigkeitsattacken treten nicht nur auf Grund eines kurz zurückliegenden Schlafmangels auf, sondern auch als Folge allgemeiner Schlafprobleme. Immer mehr Menschen finden nachts keinen ausreichenden Schlaf mehr, etwa wegen übermäßigem Stress oder auch durch kurze Atemstillstände (Apnoe). Auch chronische Erkrankungen oder chronischer Schmerz können zu Schlafstörungen führen.
Es gilt zudem als erwiesen, dass ein oder mehrere schlafende Mitfahrer das Risiko für das Auftreten eines Sekundenschlafs erhöhen.
Welche Gruppen sind besonders risikogefährdet?
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Pendler und Schichtarbeiter, die, vor allem bei niedrigen Außentemperaturen, oft ihre Autos überheizen und in den weichen und angenehmen Sitzen am liebsten weiter schlafen würden.
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Schlecht und nicht ausreichend ausgeschlafene Menschen, oft nach starkem Kaffeegenuss, auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit.
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Lastwagenfahrer, die sich nach den oft kurzen und daher wenig erholsamen Wochenenden am Sonntagabend oder Montagmorgen hinters Steuer setzen. Dabei stehen sie meist unter enormem Termindruck, extrem lange Fahrten ohne Pausen sind die häufige Folge.
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Jugendliche Discobesucher, die nachts auf einsamen und eintönigen Landstraßen nach Hause rasen, und das oft in Begleitung schlafender Beifahrer.
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Urlauber auf dem Weg an das weit entfernte Reiseziel. Um den zu erwartenden Staus zu entgehen, beginnt die Fahrt oft erst nach Mitternacht oder in den frühen Morgenstunden. Der Wunsch, rechtzeitig anzukommen, treibt oft genug ansonsten besonnene Autofahrer zu gefährlichen Selbstüberschätzungen.
Tipps zur Vorbeugung
- Autofahrer sollten ausgeruht starten, vorher nur Leichtverdauliches essen und am Abend vorher keinen Alkohol trinken. Schweinebraten und Co. machen müde und sind auch während der Fahrt zu vermeiden. Stattdessen viel trinken, am besten Wasser, Tee oder verdünnte Fruchtsäfte.
- Sorgen Sie für Abwechslung, zum Beispiel mit Musik, aber lassen Sie sich nicht ablenken.
- Genügend Sauerstoff ist ebenfalls wichtig: Verzichten Sie aufs Rauchen und öffnen Sie ab und zu ein Fenster.
- Und ganz wichtig: Alle zwei Stunden eine Pause mit viel Bewegung, Reck- und Streckübungen einzulegen. Schon bei ersten Anzeichen von Müdigkeit sollte gerastet und notfalls auch etwas geschlafen werden.
(dgk)
