Sonnenbrand, Sonnenstich & Co.

Der Sommer ist da. Endlich raus ins Freie, Grillen oder Schwimmen gehen. Aber was, wenn die Sonne brennt, Stiche durch Insekten drohen oder die Augen durch die Fahrt im offenen Auto tränen.
Sonnenstich
Zu viel Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf kann einen Sonnenstich auslösen - Ursache ist vermutlich eine Reizung oder Schwellung im Gehirn. Erste Anzeichen sind ein rotes, heißes Gesicht, Kopfschmerzen und eine Übelkeit, die in schweren Fällen tagelang anhalten kann. Deshalb sofort mit erhöhtem Oberkörper in den Schatten legen, den Kopf mit einem nassen Handtuch kühlen, außerdem viel trinken. Bei schwerer Benommenheit einen Notarzt rufen. Besser noch: vorbeugen, indem Sie in der prallen Sonne immer eine luftige Mütze oder einen Hut tragen.
Finger am Feuer oder am Grill verbrannt?
Hände oder andere betroffene Stellen sofort unter kaltes Wasser halten, ungefähr eine Viertelstunde lang. Nur so werden auch die tiefen Gewebeschichten durchgekühlt, Schmerzen und eine Ausweitung der Verletzung vermieden. Kein Eis auf die Brandwunden packen, das kann sie noch stärker schädigen. Nach dem Kühlen die verbrannte Haut desinfizieren und mit einer Wundcreme eincremen, danach locker mit einem Pflaster oder einer Mullbinde schützen. Wenn sich Blasen bilden, nicht aufstechen. Sobald sie von selbst aufgehen, mit einer desinfizierenden Wundcreme behandeln.
Hitzekollaps
Wenn der Körper beim Schwitzen viel Flüssigkeit verliert, kann der Kreislauf schlappmachen. Schwindelgefühle und Übelkeit zeigen an, wenn der Blutdruck in den Keller geht, im schlimmsten Fall droht eine kurze Ohnmacht. Deshalb bei den ersten Anzeichen von Schwummerigkeit hinsetzen oder hinlegen, Beine hochlegen und sofort langsam mindestens einen halben Liter trinken. Besonders gut sind Sportlerdrinks, sie ersetzen Salze, die wir beim Schwitzen verlieren. Alkoholische Drinks sollten an heißen Tagen komplett gemieden werden. Denn Wärme und Alkohol haben dieselbe Wirkung: Sie erweitern die Blutgefäße, so dass das Blut in Armen und Beinen regelrecht wegsackt.
Insekten - Stechender Schmerz, lästiges Jucken, gefährliche Schwellung
Im Mund oder Rachen können Bienen- oder Wespenstiche richtig gefährlich werden. Erste Gegenmaßnahme: Eis lutschen. Bei den geringsten Anzeichen von Atemnot immer sofort den Notarzt rufen! Bei Bienen- oder Wespenstichen am Körper muss der Giftstachel entfernt werden. Danach den Stich mit nassen Umschlägen kühlen und eine Salbe mit einem Antihistaminikum auftragen (rezeptfrei in der Apotheke). Vorsicht: Wer auf Bienen- oder Wespenstiche allergisch reagiert, muß immer seine Notfallmedikamente mitführen.
Verbissene Angreifer
Die kleinen Blutsauger lauern in Gras und Gebüsch. Lange Hosen und Mückenschutzmittel bieten Schutz. Dennoch sollte man nach Wanderungen durch Wald und Wiesen die Haut sorgfältig absuchen, denn Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen. Zum Entfernen auf keinen Fall Öl oder Klebstoff auf die Zecke träufeln, solcher "Stress" bringt sie nur dazu, möglicherweise infektiösen Speichel abzugeben. Mit einer Pinzette oder speziellen Zeckenzange (Apotheke) das Tier so nah an der Haut wie möglich fassen und langsam nach oben herausziehen. Die Stelle anschließend desinfizieren. Wenn Zeckenreste in der Haut geblieben sind oder wenn sich in den nächsten Tagen ein roter Fleck bildet, zum Arzt gehen. Für FSME-Risikogebiete kann sich eine Impfung empfehlen.
Brennende Augen und viele Tränen
Eine Cabriofahrt, Zugluft oder die grelle Sonne - und schon werden die Augen rot, jucken oder fühlen sich an, als wäre Sand drin. Kalte Luft oder starker reizen die Augen - es kommt zu einer vermehrten Tränenabsonderung, die Bindehäute sind gerötet. Eine leichte Bindehautentzündung kann kurzfristig mit rezeptfreien Augentropfen aus der Apotheke behandelt werden. Bei Infektionen der Augen ist der Besuch beim Augenarzt obligatorisch.
Endlich barfuss gehen...
Oft wird das relativ schmerzhaft. Endlich: Sandalen und Ballerinas ohne Strümpfe! Nur dumm, dass das so leicht Blasen gibt. Empfindliche Stellen deshalb lieber schon vorsorglich mit einem Pflaster schützen. Und immer ein paar Pflaster im Portemonnaie mitnehmen, damit man beim ersten Drücken reagieren kann. Hat sich doch eine kleine Blase gebildet: möglichst nicht aufstechen, sondern ein spezielles Blasenpflaster aufkleben. Wenn die Blase groß ist und im Schuh sehr stört, mit einer sauberen Nadel mehrfach vorsichtig einstechen und sanft ausdrücken. Die Haut nicht wegschneiden. Am besten Jod, Alkohol oder eine desinfizierende Wundsalbe auftupfen und mit einem luftdurchlässigen Pflaster schützen.
Autor/Quelle: npr
