Atemtherapie: Richtig Atmen

Unsere Atmung geschieht unbewusst, und gerade deshalb atmen viele Menschen unvollständig und verkrampft. Manchmal wird die Luft zum Atmen knapp: Stress oder Angst können zu einer Atemfrequenz führen, die von der Natur als Fluchtreflex angelegt ist. Richtig atmen heißt, die Atemluft ohne Anstrengung ganz in Bauch und Becken hineinströmen zu lassen. Wer deutlich schneller atmet oder gar hechelt, der versorgt seinen Körper mit weniger Sauerstoff und kann weniger Kohlendioxid abgeben. Dadurch steigt die Muskelspannung und der Körper wird weniger schmerzempfindlich. In Ausnahmesituationen ist das sinnvoll und lebenswichtig, aber als Dauereinrichtung ist es nicht gedacht.

Unsere Atmung

Der Blutkreislauf versorgt den Organismus mit allem, was man zum Leben braucht. Die Atmung bringt den Sauerstoff ins Blut: Pro Tag 500 Liter, die mit dem Blut zu den Zellen befördert werden. Ruhiges Atmen verhindert Blockaden, die durch starke Emotionen und erhöhte Anspannung entstehen. Aber unter Stress atmet der Mensch automatisch flacher und gepresster. So gelangen nur etwa 7 bis 10 Liter Luft über den Blutkreislauf zu den Organen. Mit einer gezielten Bauchatmung kann man bis zu 75 Liter Luft aufnehmen und somit durch die bewusste Steuerung der Atmung positiven Einfluss auf Körper und Psyche nehmen.

Richtiges Atmen kann man lernen

Wer ständig zu schnell atmet, belastet seinen Körper. Bei einer zu flachen Atmung wird die Kapazität der Lunge nicht vollständig ausgenutzt. In den Lungenbläschen bleibt immer noch ein Teil verbrauchter Luft zurück. Das kann die Sauerstoffversorgung der Körpergewebe beeinträchtigen. Die Muskeln und Organe - aber vor allem das Gehirn - erreichen dann nicht ihre volle Leistungsfähigkeit. Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und sogar Verdauungsprobleme können die Folge sein.

Die Atmung wird über das vegetative Nervensystem gesteuert. Umgekehrt kann das vegetative Nervensystem über den Atem beeinflusst und harmonisiert werden. Um wieder richtig Luft bekommen zu können, wird die Atemtherapie eingesetzt. Dabei unterscheidet man zwischen der "Therapie des Atmens" und der "Therapie mit dem Atem".

Kostenerstattung durch Krankenkassen

Wenn die Atemtherapie von einem Vertragsarzt im Rahmen einer Therapie oder Rehabilitation verordnet wird, übernehmen die Kassen in der Regel die Kosten für die Behandlung. Wer seine Atemtechnik zur Entspannung und Erholung zum Stressabbau verbessern will, der muss die Kosten dafür selber tragen. Vielfach bieten die Krankenkassen solche Kurse auch zusammen mit den Volkshochschulen an, gelegentlich werden diese Kurse von den Krankenkassen bezuschusst. Diese Regelung gilt für die Therapie des Atmens und die Therapie mit dem Atem. Im Einzelfall sollte man die Kostenerstattung schon im Vorfeld mit der Krankenkasse besprechen.