Der Influenza-Impfstoff

Influenza-Viren verändern sich ständig, um das Immunsystem auszutricksen: Auch ein Mensch, der bereits einmal die Virus-Grippe hatte, kann wieder erkranken, wenn er sich mit einem veränderten Virusstamm ansteckt. Menschen mit erhöhtem Risiko sollten sich daher jedes Jahr impfen lassen.
Die ständigen Veränderungen der Influenza-Viren halten auch die Forscher auf Trab, die die Impfstoffe entwickeln. Weil es sehr viele verschiedene Virusstämme gibt und immer neue entstehen, kann eine Impfung nicht gegen alle gleichzeitig wirken. Stattdessen kommt jedes Jahr ein neuer Impfstoff auf den Markt, der immer gegen drei bestimmte Stämme gleichzeitig schützt. Ausgewählt werden diejenigen Stämme, die in der kommenden Grippesaison am häufigsten auftreten werden. Diese Entscheidung muss früh genug fallen, damit genügend Zeit bleibt, die Impfstoffe herzustellen.

Zusammensetzung ändert sich

Die Zusammensetzung des Impfstoffes ist jedoch kein Lotteriespiel: In mühevoller Kleinarbeit tragen Spezialisten der Weltgesundheitsorganisation zusammen, welche Stämme in welcher Häufigkeit während der Grippesaison gerade in Umlauf sind. Die Daten stammen von den jeweiligen nationalen Referenzzentren, in denen Rachenabstriche von Patienten mit Influenzaverdacht ausgewertet werden. Hierzu wird dort das Erbgut der Influenza-Viren untersucht und mit den bereits bekannten Stämmen verglichen.
Diese Untersuchungen werden weltweit durchgeführt - am Ende entscheidet die Weltgesundheitsorganisation, gegen welche drei Stämme der Impfstoff der nächsten Saison gerichtet sein soll. Dabei gibt es zwei Empfehlungen: eine für die Nordhalbkugel und eine für die Südhalbkugel, die sich in der Regel unterscheiden, denn die Grippewellen laufen über die beiden Halbkugeln entsprechend ihrer verschobenen Jahreszeiten um etwa ein halbes Jahr versetzt ab.

Jährliche Impfung

Um immer einen aktuellen Schutz gegen Influenza zu besitzen, sollten sich alle Personen mit erhöhtem Risiko jedes Jahr impfen lassen. Empfohlen wird die Influenza-Impfung allen Menschen ab 60 Jahren sowie Patienten, die bereits durch chronische Krankheiten vorbelastet sind. Aber auch bestimmte Berufsgruppen, die viel mit Menschen umgehen, wie beispielsweise Bankangestellte im Schalterdienst oder Kindergärtnerinnen, haben ein höheres Risiko zu erkranken. Für medizinisches Personal gibt es gleich zwei Gründe, sich impfen zu lassen: Es kann durch Patienten angesteckt werden, aber auch selbst zur Infektionsquelle für die Patienten werden, die ja oft zu einer Risikogruppe gehören.