Krach als Todesursache?

Für Wale ist der Krach in den Weltmeeren lebensgefährlich. Die Tiere nutzen ihr hochentwickeltes Gehör, um Beute zu finden, sich zu orientieren und sich mit anderen Walen zu verständigen. Doch das wird immer schwieriger: Die zunehmende Schallbelastung in den Meeren durch Schiffsverkehr, Unterwasserbohrungen oder Schallexperimente des Militärs stört das Leben der großen Meeressäuger und zerstört es mitunter sogar.
Das Problem
Wasser überträgt Schallwellen anders als Luft. So können Wale über hunderte Kilometer hinweg miteinander kommunizieren. Doch das Meer trägt nicht nur die Walgesänge, sondern auch den Lärm, den Menschen produzieren, viele Seemeilen weit. Dadurch werden die Meeresbewohner von einer ständigen Geräuschkulisse bedroht, die sie unter Stress setzt. Zum Beispiel die zahllosen Bohrinseln in der Nordsee verwirren vorbeiziehende Wale. Tiere, die sich sonst problemlos zurechtfinden können, verlieren in diesem Lärm die Orientierung. Sie stranden im flachen Nordseewasser und sterben.
Flucht vor Lärm
Der Lärm löst zudem Gehörschädigungen bei Walen und Delfinen aus. Durch schlechteres Hören und zusätzlichen Krach werden nicht nur potentielle Beutetiere, sondern auch Räuber, die den Tieren gefährlich werden können, zu spät wahrgenommen. Auf der Flucht vor dem Lärm verändert sich das Tauchverhalten der Tiere, so dass offenbar die tödlichen Symptome der Taucherkrankheit ausgelöst werden, beklagt die Whale and Dolphin Conservation Society, die sich auch für den Tag gegen Lärm engagiert.
Autor/Quelle: fgh
