Was sind Gradierwerke?

Gradierwerke werden im Volksmund auch als Salinen bezeichnet. Diese Bauwerke waren im eigentlichen Sinne Bestandteile von Salzfabriken und sollten früher keineswegs der Gesundheit dienen. In den Salzproduktionsstätten war es ihre Aufgabe die Salzsiedung auf ein Minimum zu reduzieren. Die Holzbauweise aus Fichtenholz, die mit Schwarzdorn ausgefüllt ist, ermöglicht einen optimalen Wasser-Verdunstungsprozess. An ihren Flächen wurde die Sole solange abgetröpfelt, bis der Salzgehalt auf ca. 25% (früher Grad) angestiegen ist. Daher auch der Name Gradierwerk. Nach der Schließung der meisten Salzwerke wurden die Gradierwerke als "Freiluft-Inhalatoren“ umfunktioniert.

Solehaltige Luft

Durch das Einatmen salzhaltiger Luft werden die Atemwege befeuchtet und die Wandungen der Atemorgane positiv beeinflusst. Des Weiteren besitzen die feinen Salzkristalle eine sekretlösende Wirkung, die die Atemwege intensiv von Bakterien reinigen und die Schleimhäute abschwellen lassen. Viele Ärzte und Heilpraktiker empfehlen aus diesen Gründen einen längeren Aufenthalt an der See oder in Kurorten, welche sich den Effekt der Gradierwerke zu Nutzen gemacht haben. Solche Kurorte sind z.B. Bad Reichenhall, Bad Nauheim, Bad Salzungen, Bad Dürkheim, Bad Salzuflen oder Bad Soden Allendorf.