Was ist eine Arachnophobie?

Wer kennt sie nicht, die Angst oder Abneigung vor Spinnen, diesen pelzig-behaarten, schnellen, langbeinigen Krabbeltieren. Insgeheim fürchtet sich der eine oder andere auch davor, nachts von einer Spinne angesprungen zu werden. Wird die Angst zur Panik, spricht man von einer Phobie.

Die Angst vor Spinnen gehört zu den häufigsten, den so genannten "spezifischen (auf ein bestimmtes Objekt gerichtet) Phobien". Dabei ist diese Angst objektiv betrachtet unbegründet. Denn Spinnen sind große "Insektenvernichter" und somit unsere Helfer in Haus, Garten und Feld. Wissenschaftler haben errechnet, dass in Mitteleuropa auf einer Fläche von viertausend Quadratmetern etwa 1,5 Millionen Spinnen leben. Und die vernichten in einem Sommer mindestens fünfzehnhundert Kilogramm Insekten. Das bedeutet: Gäbe es keine Spinnen, würden die Insekten überhand nehmen und alle Felder kahl fressen.

Und auch die Angst vor Bissen ist relativ unbegründet. Denn von den heimischen Spinnen können nur die äußerst seltene Wasserspinne und die Dornfingerspinne dem Menschen Schmerzen zufügen - und das auch nur zeitlich begrenzt und ohne Langzeitschäden.

Woher kommt also die Angst vor der Spinne?

Das scheint am Bewegungsmuster zu liegen, an den schnellen und oft unvorhersagbaren Änderungen der Bewegung. Außerdem ist uns die Spinne wohl unheimlich, weil sie ein stark vom Menschen abweichendes Körperschema hat. Ähnlich wie vielleicht bei der Schlange, wirkt ein Tier umso unheimlicher, je stärker es von unserem eigenen Körperschema abweicht.