Geschichte der Anästhesie

Der Gang zum Zahnarzt fällt auch in der heutigen Zeit noch vielen schwer. Die Angst davor, gründlich auf den Zahn gefühlt zu bekommen, und womöglich mit Bohrer oder anderen Geräten des Zahnarztes in Berührung zu kommen kann schon dafür sorgen, dass Kontrollbesuche weniger oft in Anspruch genommen werden. Doch wie schlimm wäre all dies erst, wenn man nicht um wundersame Mittel der Betäubung wüßte.

Dem amerikanischen Zahnarzt William E. Clarke gelang der erste erfolgreiche Eingriff, der für den Patienten ohne Schmerzen vonstatten ging. Er applizierte 1842 Äther zur Zahnextraktion. Erst 1846, als dem amerikanischen Zahnarzt Thomas Green Morton (1819 - 1868) vor großem Publikum eine erfolgreiche Narkose mit Hilfe von Diethyläther gelang, berichtete Clarke über seinen Eingriff.

Morton gilt als Entdecker der Äthernarkose, auch wenn er nicht der Erste war, der Betäubungsmittel anwendete. Im Jahre 1847 wurde dem Ganzen ein Name verpaßt: der amerikanische Anatom Oliver Wendell Holmes (1809 - 1894) prägte den Begriff "Anästhesie". Das Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Unempfindlichkeit".