Wann wurde das Aspirin erfunden?

Das bekannteste Arzneimittel ist sicher älter als Sie denken. Seine Geschichte beginnt nämlich schon vor mehr als 3500 Jahren. Aus dieser Zeit stammt ein Heilrezept, das gegen Rheuma- und Rückenschmerzen einen Aufguss aus trockenen Myrteblättern empfahl. Heute weiß man, dass der wirksame Stoff, der sich in den Myrteblättern befindet, Salicylsäure ist.
Und es gibt noch einen weiteren, etwas jüngeren Beleg. Denn etwa 1000 Jahre später verordnete Hippokrates, der Urväter aller Ärzte, auf den auch der berühmte Schwur der Ärzte zurückgeht, einen Saft, der aus der Rinde des Weidenbaums gewonnen wird. Er sollte gegen Fieber und Schmerzen und sogar gegen Geburtsschmerzen helfen. Auch hierbei handelte es sich um die heute berühmte Salicylsäure, abgeleitet vom lat. Wort für die Weide: salix.
Erst 1897 gelang dem Aspirin dann der eigentliche Durchbruch. Denn die inzwischen schon synthetisch hergestellte Salicylsäure konnte von einem Chemiker der Firma Bayer entscheidend verbessert werden. Hatte man vordem noch das Problem, dass die Salicylsäure erhebliche Nebenwirkungen hatte (Magenschädigungen, Blutungen, schlechter Geschmack), konnte man durch Anhängen einer Acetylgruppe die negativen Magen-Darm-Wirkungen deutlich abschwächen. Dies war also die Geburtsstunde des Wirkstoffes Acetylsalicylsäure (ASS), der heute unter dem Warenzeichen Aspirin fast ebenso bekannt ist wie Coca Cola.
Aber auch die Salicylsäure aus der Weide findet heute noch Verwendung, nämlich in der Pflanzenheilkunde. Das Pulver, das aus Weidenrinden gewonnen wird, kann als Schmerzmittel, Rheumamittel und gegen Fieber verwendet werden. Im Unterschied zum synthetischen und hochdosierten Einsatz der Acetylsalicylsäure ist beim pflanzlichen Einsatz jedoch keine Reizung der Magenschleimhaut zu beobachten. Auch die Hemmung der Blutgerinnung ist deutlich geringer.