Woraus bestand das erste Gebiss?
Der Zahnarzt John Grennwood fertigte 1795 aus einem Flusspferdzahn für den damaligen US Präsidenten George Washington den ersten Zahnersatz.
Das Problem Zahnschmerz beschäftigte die Menschheit natürlich schon viel früher. Die heilige Apollonia wurde zur Schutzpatronin der Zahnheilkunde. Sie starb 249 n.Chr. im Zuge der Christenverfolgung den Märtyrertod, nachdem man ihr zuvor sämtliche Zähne gezogen hatte. Eine solche Schutzpatronin war damals mehr als notwendig, wenn man sich vor Augen hält, wer damals Zahnschmerzen "behandeln" durfte: Barbiere, Quacksalber, Gliedereinrenker, Hufschmiede, alte Dorfweiber und sonstige Scharlatane.
Die Befreiung von Zahnschmerzen wurde in der damaligen Zeit durch Zähneziehen, genau betrachtet mit Abbrechen der Zahnkrone, behandelt. Da es weder Betäubungsmittel noch Zahnbohrer gab, waren die Schmerzen fast immer stärker als der eigentliche Zahnschmerz. Die Hilfsmittel bestanden aus Zangen, Klemmen oder ähnlichen Folterwerkzeugen.
Erst im 19. Jahrhundert wurden die ersten Zahnärzte am Dental College in Maryland ausgebildet. Hier kamen dann die ersten Narkosemittel wie z.B. Äther, Lachgas und Chloroform zum Einsatz. 1871 wurde die erste Bohrmaschine mit Fußtretantrieb benutzt.
Anfang des 19. Jahrhunderts stellte man die ersten Zahnprothesen her. Die Materialien wie Elfenbein, Holz und Metall wurden damals von Drechslern oder Elfenbeinschnitzern bearbeitet. Sie waren die ersten "Zahntechniker" ihrer Zeit. Ende des 19. Jahrhunderts gab es dann auch die ersten Röntgenaufnahmen von einem Zahn.
Heute dient der Besuch beim Zahnarzt oft nur als Vorsorgemaßnahme oder aber der Schönheit der Zähne. Zahnmedizin gestern und heute - dazwischen liegen Welten und einige Jahrtausende. Dank der modernen medizinischen und technischen Möglichkeiten ist der Zahnarztbesuch heute kein Problem mehr.
