Speicheltest als Kariesbarometer

Unser Speichel hat eine wichtige Funktion im Mund - er sorgt für ein gutes Klima und damit für gesunde Zähne und Zahnfleisch. Im Durchschnitt fließt ein Liter am Tag durch unsere Mundhöhle. Dabei beseitigt der Speichel Keime und speichert wichtige Mineralien, die zum Aufbau des Zahnschmelzes benötigt werden: z.B. Kalzium, Fluorid, Phosphat und Magnesium. An seinem pH-Wert kann das individuelle Kariesrisiko gemessen werden.
Dieser sogenannte ‚Speicheltest’ funktioniert ganz einfach: mit einem speziellen Teststreifen wird Speichel entnommen und auf einen Nährboden gebracht. In einem Brutschrank vermehren sich dann die Bakterien und Bazillen. Anschließend wird deren Konzentration abgelesen. Eine große Anzahl von Lactobazillen deutet auf den häufigen Verzehr von Zucker hin. Hier kämpft der Speichel ständig gegen Gärungssäuren, welche durch Bakterien aus dem Zucker gebildet wurden. Der Speichel schafft es nicht mehr, die Säure zu neutralisieren und die Zähne mit Mineralstoffen zu versorgen. Die Folge: der Zahnschmelz wird weich und das Kariesrisiko erhöht sich.

Säure macht lustig? Gilt nicht für Zähne!

Ein anderer Grund für einen kritisch niedrigen pH-Wert kann der häufige Genuss von säurehaltigen Lebensmitteln und Getränken sein. Hierzu gehören unter anderem Zitrusfrüchte, Cola, Fruchtsäfte und Essig. Die permanente direkte Säureeinwirkung kann zu einer Erosion des Zahnschmelzes führen. Um dies nicht zu fördern oder zu beschleunigen gilt: Nach Saurem Finger weg von der Zahnbürste - der aufgeweichte Zahnschmelz könnte mit weg geputzt werden.
Klüger ist es, 30 bis 60 Minuten zu warten und so dem Speichel das Feld zu überlassen. Dieser neutralisiert mit so genannten ‚Puffern’ die Säure, und versorgt die Zähne mit Mineralstoffen, dass deren Zahnschmelz wieder hart wird.
Der Speicheltest gibt über diese ‚Pufferkapazität’ des Speichels Aufschluss. Weitere wichtige Informationen ergeben sich aus der vorhandenen Menge des Bazillus Streptococcus mutans, einem der wichtigsten Kariesverursacher. Ist er zahlreich vorhanden, besteht ein erhöhtes Kariesrisiko. Der Speicheltest eignet sich im Besonderen für Kinder, um deren Risiko festzustellen, bevor es zu Schäden an Zähnen kommt.